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Kaputnik
Dabei seit: 19.12.2007 Beiträge: 102
Verfasst am: 08.01.2008 [00:57] |
So Leute, da ich sehe daß hier einige interessierte unterwegs sind, gibt's von mir jetzt etwas fotografisches basiswissen! Dies ist im übrigen gültig für analoge und digitale kameras, das 1x1 der fotografie ist bei beiden gleich.
für einige von euch wird es bestimmt etwas ABC-mäßig klingen, aber ich möchte es nunmal so vereinfacht wie möglich darstellen, schließlich sind radfahrer in der regel keine fotoprofis. ich werde einfach immer wieder mal häppchenweise was hier einstreuen, theorie, tipps zur bedienung, etc.. heute aber erstmal das wichtigste: was hat das eigentlich genau mit der belichtung auf sich?
also, fangen wir an bei A:
BELICHTUNG
für jedes motiv gibt es eine ideale belichtung (lichtmenge), die nötig ist um es gut auf einem foto abzubilden. die korrekte lichtmenge wird gesteuert durch folgende faktoren:
1. wie lange belichte ich? (Zeit)
2. wie doll belichte ich? (Blende: kleine öffnung heißt wenig licht auf einmal, große öffnung heißt viel licht auf einmal)
- ZEIT -
Verdoppele ich die Belichtungsdauer, erhalte ich auch die doppelte lichtmenge. halbe zeit heißt halb so viel licht.
Beispiel: eine Sekunde bringt halb so viel licht wie zwei sekunden und doppelt so viel wie 1/2 sekunde (0.5 sekunden). anderes beispiel: 1/250sek bringt halb so viel licht wie 1/125sek, weil halb so lang.
- BLENDE -
wir vergrößern und verkleinern die Blendenöffnung schrittweise. Öffnen wir die Blende um einen ganzen Blendenschritt, erhalten wir ebenfalls doppelt so viel lichteinfall. wenn wir sie um einen ganzen Blendenschritt schließen, haben wir nur noch halb so viel licht.
(die heutigen digitalkameras arbeiten in der regel mit 1/2 oder mit 1/3-Blendenschritten, haben also noch zwischenwerte. ich empfehle die kamera auf 1/2-schritte einzustellen, um nicht zuviele verwirrende zwischenwerte zu haben. bei 1/2-schritten bedeutet das: die blende zwei stufen öffnen oder schließen ergibt einen ganzen blendenschritt, also eine verdoppelung oder halbierung des lichteinfalls).
Eine Tabelle der genormten Blendenwerte füge ich weiter unten an.
wie ihr seht besteht ein direkter zusammenhang zwischen zeit und blende, da beide mit verdoppelung und halbierung des lichteinfalls arbeiten. ich kann also z.B. die zeit verdoppeln (lichtmenge verdoppeln), und gleichzeitig die blende um 1/1 (einen ganzen) blendenschritt schließen (lichtmenge halbieren), und habe im endeffekt dieselbe lichtmenge wie vorher, das heißt das foto würde bei beiden einstellungen gleich hell werden.
so kann ich schrittweise die einstellung verändern, ohne jedoch die lichtmenge, also die belichtung, zu verändern. was heißt das?
das heißt, daß ich mir im grunde eine beliebige zeit aussuchen kann, und dann die blende anpasse, oder umgekehrt: blende frei wählen, zeit anpassen.
BEISPIEL:
ich will extrem kurz belichten, um die wassertropfen eines springbrunnens einzufrieren, also z.B. mit 1/2000sek.. Weil in der kurzen zeit kaum licht einfällt, stelle ich dazu eine entsprechend große blendenöffnung ein um das zu kompensieren (wie man die richtige blende ermittelt, dazu später mehr!).
jetzt will ich denselben springbrunnen bei derselben lichtsituation mit einer längeren zeit fotografieren, damit die wassertropfen verschwimmen und ihre flugbahn sichtbar wird (bei einer längeren belichtung werden die tropfen einen gewissen weg in der zeit zurücklegen). ich nehme diesmal also 1/8sek., und muß nun die blende anpassen. von 1/2000 bis 1/8 habe ich die zeit acht mal verdoppelt:
1/2000 < 1/1000 < 1/500 < 1/250 < 1/125 < 1/60 < 1/30 < 1/15 < 1/8
das heißt, ich schließe jetzt die blende um 8 ganze blendenschritte, und erhalte dann wieder dieselbe lichtmenge/ belichtung wie vorher, allerdings mit einem ganz anderen ergebnis: beide bilder werden zwar genau gleich hell, aber das eine hat die tropfen eingefroren, das andere nicht.
(ihr merkt schon, die zeit-werte sind nicht immer genaue verdoppelungen, aber das vernachlässigen wir. so ist der standard festgelegt worden, um etwas rundere zahlen zu erhalten.)
Wie ihr seht, kann ich also selbst bestimmen, wie ich ein und dasselbe motiv fotografieren will: mit kurzer zeit, mit langer zeit, mit offener blende, mit geschlossener blende, das ergebnis wird jedesmal anders. ich muß nur das jeweilige gegenstück anpassen, dann stimmt's wieder. demnächst werd ich auch nochmal was dazu sagen, wie man das bei den heutigen kameras am geschicktesten macht, sprich die anwendung klären, ist nämlich extrem easy!
hier jetzt noch die genormten blendenwerte, von 'offen' nach 'geschlossen'. Achtung: kleiner wert heißt offene blende, großer wert heißt geschlossene blende! etwas verwirrend, aber so ist das nunmal. zwischen jedem dieser werte liegt jeweils ein ganzer Blendenschritt (verdoppelung/halbierung d. lichts), zwischenwerte lasse ich hier mal außen vor. wenn eure kamera eine blende anzeigt die hier nicht aufgelistet ist, handelt es sich um einen zwischenwert.
DIE BLENDENREIHE:
offene Blende
1
1,4
2
2,8
4
5,6
8
11
16
22
geschlossene Blende
(auch wenn diese werte auf den ersten blick etwas willkürlich wirken: dahinter steckt eine klare herleitung, die zu erklären würde hier aber zu weit führen. nehmt das erstmal so hin. wichtig ist nur: von einem wert zum nächsten ist 1ganzer Blendenschritt, also verdoppelung/halbierung).
zur verdeutlichung hier noch ein belichtungsbeispiel, mit verschiedenen varianten, immer mit derselben lichtmenge.
1sek bei Blende22 = 1/2sek bei Blende16 = 1/4sek bei Blende11 = 1/8sek bei Blende8 = 1/15sek bei Blende5.6 = 1/30sek bei Blende4 = 1/60sek bei Blende 2.8 = 1/125sek bei Blende2 = 1/250sek bei Blende 1.4
Damit ist hoffentlich der zusammenhang Zeit / Blende klar geworden! auch wenn's erstmal nach viel rechnerei und trockener theorie klingt: die Anwendung davon ist mit den heutigen SLR-Kameras wirklich spiiiielend leicht! aber dazu ein andermal mehr, für heute reichts erstmal.
also, wer was ergänzen kann oder fragen hat: wir sind im forum!
bis denn, gruß
Jan
P.S.: ich habe noch nicht erwähnt, daß natürlich auch die lichtempfindlichkeit (ISO) und nicht zuletzt die helligkeit des motivs (tags?nachts?draussen?drinnen?bewölkt?etc.) neben blende und zeit faktoren für die korrekte belichtung sind, aber dazu ein andermal mehr. hier ging es jetzt mehr um die belichtungseinstellungen selbst.
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Kaputnik
Dabei seit: 19.12.2007 Beiträge: 102
Verfasst am: 08.01.2008 [11:21] |
moin, leider kann ich den beitrag nicht bearbeiten, ich krieg dann immer wie fahrrad.de titelseite ausgespuckt. egal, hier noch eine kleine ergänzung:
an der einen stelle habe ich geschrieben, daß bei unterschiedlichen einstellungen bei gleicher lichtmenge das bild jedesmal anders aussieht. das bezieht sich natürlich nicht auf die helligkeit, des bildes, die bleibt konstant! was sich verändert, ist folgendes:
1.) durch veränderung der zeit verändere ich die BEWEGUNGSUNSCHÄRFE (die gibt's natürlich nicht bei statischen motiven vom stativ aus fotografiert, nur wenn sich was bewegt!), sprich: extrem kurze zeit heißt gar keine bewegungsunschärfe (einfrieren), längere zeit heißt um so mehr bewegungsunschärfe. so werden z.B. die autoscheinwerfer nachts zu "spaghettis", davon ist ja hier im forum auch schon gesprochen worden.
wenn ich will, daß nur die beweglichen teile verschwimmen (bewegungsunschärfe haben), die unbeweglichen aber scharf bleiben sollen (z.B. hintergründe wie gebäude etc.), muß ich bei längerer belichtung ein stativ verwenden. im alltag hilft auch oft eine bank, ein geländer, eine säule, was auch immer gerade da ist, um die kamera starr zu positionieren.
Tipp: mit selbstauslöser (geht auch ein drahtauslöser/ fernauslöser) fotografieren, um beim abdrücken die kamera nicht zu verwackeln!
Übrigens: wenn ein bild unscharf wird, das eigentlich scharfgestellt wurde, dann weil die kamera gewackelt hat. das ist nichts anderes als Bewegungsunschärfe! in dem falle ungewollt, aber sie läßt sich eben auch sehr vielseitig als bewußtes stilmittel einsetzen.
2.) durch veränderung der blende verändere ich die SCHÄRFENTIEFE, das heißt die tiefe des bereichs, der scharf abgebildet wird. offene blende (kleiner wert) heißt: wenig schärfentiefe (nur das motiv selbst wird scharf abgebildet, dahinter wird's sehr schnell unscharf). geschlossene blende (hoher wert) heißt dagegen: viel schärfentiefe. vom vordergrund bis zum hintergrund wird alles vergleichsweise scharf dargestellt. auch dies ist ein stilmittel, das ich bewußt einsetzen kann. bei einem portrait in einer landschaft z.B., liegt das hauptaugenmerk natürlich auf der person. hier werde ich versuchen, durch eine weit geöffnete blende den hintergrund unscharf zu halten.
so, jetzt kennt ihr mehr oder weniger die wirkung, die verschiedene belichtungseinstellungen erzielen können! man muß sich halt vorher überlegen, was man von dem bild überhaupt will:
-einfrieren?
-bewegungsunschärfe?
-alles scharf?
-nur vordergrund bzw. nur hintergrund scharf (also wenig schärfentiefe)?
je nachdem, wo ich meine priorität lege, stelle ich also entweder eine
-kurze zeit
-lange zeit
-geschlossene blende (hoher wert)
-offene blende (kleiner wert)
ein. liegt meine priorität auf einer bestimmten belichtungsdauer (zeit), lege ich diese fest, und passe dann die blende an, um eine korrekte belichtung zu erhalten. liegt meine priorität auf der blende, also auf einem bestimmten maß an schärfentiefe, lege ich natürlich die blende nach wunsch fest, und passe die zeit an, um korrekt zu belichten.
bitte bedenkt dabei, daß nicht alle lichtverhältnisse auch alle einstellungen zulassen. ich bin immer abhängig von der verfügbaren lichtmenge. im dämmerlicht wird es schwierig sein, bei geschlossener blende (also mit viel schärfentiefe) ein bewegliches objekt mit einer sehr kurzen zeit einzufrieren, weil einfach nicht genug licht dafür vorhanden sein wird. das bild wird schlicht zu dunkel ausfallen, wenn ich nicht für zusätzliches licht (blitz, flutlicht, ...) sorge.
so, ich hoffe das alles ist verständlich, und kann dem ein oder anderen zu "bewußter gestalteten" also besseren bildern verhelfen!
demnächst geht's hier weiter mit mehr tips.
gruß
Jan
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T-Z-P-Nikolai
Dabei seit: 18.10.2007 Beiträge: 2546
Verfasst am: 08.01.2008 [13:29] |
Echt super, dass du das alles aufführst. Wenn die SLR von Mo da ist werden wir das am WE mal alles austesten.
RIDE ON...
euer TeamZweiradPanzer-Nikolai
Visit: www.team-zweirad-panzer.de
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Locke
Dabei seit: 15.08.2007 Beiträge: 1465
Verfasst am: 08.01.2008 [16:11] |
Ich glaube da brauchste länger als nen WE um das alles mal auszutesten
Pokal oder Spital
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T-Z-P-Nikolai
Dabei seit: 18.10.2007 Beiträge: 2546
Verfasst am: 08.01.2008 [19:12] |
Könnte stimmen
RIDE ON...
euer TeamZweiradPanzer-Nikolai
Visit: www.team-zweirad-panzer.de
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Kaputnik
Dabei seit: 19.12.2007 Beiträge: 102
Verfasst am: 09.01.2008 [02:00] |
so, vorm schlafengehen nochmal ne runde ins forum! wird mir schon zur gewohnheit...
kurz eine kleine fausregel vorweg zum
KNIPSEN AUS DER HAND:
"bis 1/60sek kann ich scharfe bilder aus der hand schießen (aber schön ruhig halten!)."
(diese regel ist sehr pauschal. leute mit sehr ruhiger hand schaffen auch noch bei 1/30 oder sogar 1/15sek scharfe bilder. achtung bei längerer brennweite: hier brauchen wir für scharfe bilder aus der hand wesentlich kürzere belichtungen! man kann auch sagen, mindestens die zahl, die wir als brennweite verwenden! also z.B.: mit 180mm Brennweite sollten wir für scharfe bilder nicht länger als 1/180sek belichten, bei 500mm brennweite nicht mehr als 1/500sek! aber wie gesagt, der eine ist ruhiger, der andere zittriger, das sind nur relative richtwerte. mit stativ brauchen wir uns über diese dinge keine gedanken zu machen: jede belichtungsdauer wird scharf).
dann will ich jetzt mal ein paar tips geben, wie man das mit der SCHÄRFENTIEFE und der BEWEGUNGSUNSCHÄRFE ganz einfach austesten kann! (ein ganzes wochenende sollte dafür übrigens mehr als ausreichen!)
dabei können wir auch schon etwas in die bedienung der kamera einsteigen.
ich erklär das jetz anhand der belichtungs-modi des canon-systems. nikon-kameras haben jeweils eine entsprechung dazu, die nur anders benannt wird. das alles ist also auch bei nikon etc. anwendbar.
Belichtungsmodus / Belichtungsmessung
erstmal ganz grundsätzlich vorweg, weil's wichtig ist: wir messen die helligkeit des motivs (belichtungsmessung), indem wir den auslöser nur halb drücken! (am besten mit MF = manueller Fokus austesten, damit die kamera dabei nicht anfängt automatisch scharfzustellen (AF)). wie wir die messung interpretieren bzw. einsetzen, hängt vom jeweiligen modus ab. aber keine panik, ist ganz einfach, komme ich gleich noch zu.
jetzt ein kurzer überblick über die belichtungsmodi:
oben auf der kamera befindet sich ein rad, mit vielen kleinen bildern und buchstaben drauf: ein gesicht für portraits, ein berg für landschaften, eine blume für stilleben, u.s.w., wir brauchen nur das rad auf portrait drehen, und schon knipsen wir portraits wie aus dem bilderbuch!
nein, natürlich nicht. wir vergessen erstmal schnell die lustigen kleinen bildchen. uns interessieren nur die anderen einstellungen mit den buchstaben! (die bilder stehen für vorprogrammiertes belichtungsverhalten, wie wir es auch von vielen kompaktkameras kennen).
für uns von bedeutung sind folgende modi:
P ("vollautomatik"): bei belichtungsmessung schlägt die kamera uns sowohl eine blende als auch eine zeiteinstellung vor, bestimmt also beides von selbst.
Tv ("Blenden-automatik"): die zeit wird von uns vorgegeben, und die kamera ermittelt bei belichtungsmessung die dazu passende blende.
Av ("Zeit-automatik"): die Blende wird von uns vorgegeben, und die kamera ermittelt die dazu passende zeit.
M ("manuell"): sowohl zeit als auch blende wird von uns bestimmt.
Es gibt auch noch das grüne rechteck: das ist eigentlich das gleiche wie P, nur daß bei bedarf (lichtmangel) auch noch automatisch der blitz dazugeschaltet wird.
fangen wir mal bei "M" (manuell) an: ich stelle alles selbst ein: blende und zeit. die kamera zeigt mir unten im display auf einer wagerechten skala an, ob meine einstellung eher unterbelichten wird (bild wird zu dunkel), indem der kleine pfeil auf der skala nach links tendiert. tendiert er nach rechts, würde unsere einstellung das bild eher überbelichten (bild zu hell). ist der pfeil genau mittig, haben wir laut kamera eine korrekte einstellung gewählt, um die richtige helligkeit des bildes zu erziehlen. aber achtung: schwierige lichtverhältnisse können den belichtungsmesser der kamera in die irre führen, z.B. gegenlicht! wie man sowas in den griff kriegt, erzähle ich euch aber ein andermal.
Die wirklich relevanten und interessanten programme sind "Tv" und "Av", damit wird selbstbestimmtes fotografieren wirklich extrem leicht gemacht! ich lege einfach meine Priorität fest (siehe oben: kurze zeit? lange zeit? geschlossene blende? offene blende?), stelle diese ein, und lasse die kamera das fehlende element ergänzen.
kein mensch kann aus dem stehgreif exakt bestimmen, wie hell es gerade ist. das macht die kamera für uns, wie beim Manuellen einstellen auch. sie nimmt die belichtungsmessung vor, nachdem wir ihr z.B. gesagt haben: "ich will mit 1/1000sek fotografieren." die kamera antwortet: "ok, bei den jetzigen lichtverhältnissen brauchst du dafür eine Blende von 5,6. ich stell das schonmal für dich ein, du brauchst nur noch auf den auslöser drücken." und fertig.
bei "manuell" hätten wir, nachdem wir 1/1000 eingestellt haben, solange nach der passenden blende gesucht, bis der pfeil mittig ist, damit wir wissen: jetzt stimmt laut messung meine belichtung. diese halb-automatiken ersparen uns das. im endeffekt fotografieren wir aber genauso "selbstbestimmt". easy, oder? ich selbst fotografiere kaum mit einer anderen einstellung als Av oder Tv. Nur für einige spezialfälle brauche ich völlige einstell-freiheit, und nehme M.
Also merken:
liegt meine Priorität auf der Zeit, nehme ich Tv
(zeit einstellen, blende wird ergänzt).
liegt meine Priorität auf der Blende, nehme ich Av
(blende einstellen, zeit wird ergänzt).
Beispiele dazu:
1. es gibt wenig licht, z.B. drinnen? Priorität: offene B
lende. Kamera auf Av, Blende einstellen (z.B. 4.0), los gehts. bei jedem bild ergänzt die kamera dazu die nötige zeit nach ihrer belichtungsmessung, während die eingestellte blende konstant bleibt.
2. mein hund im park, ich will ihn in vollem lauf einfrieren! Priorität: kurze Zeit. Kamera auf Tv, zeit einstellen (z.B. 1/1000), los gehts. bei jedem bild ermittelt die kamera die nötige blende nach ihrer messung.
3. ich will meine freundin vor dem matterhorn fotografieren, will aber daß beides scharf wird. Priorität: viel schärfentiefe, also geschlossene Blende. Kamera auf Av, Blende einstellen (z.B. auf 22), los gehts. die zeit kommt automatisch.
undsoweiterundsofort.
im endeffekt macht es keinen unterschied, ob ich mich nun beim manuellen einstellen nach der skala im display richte, oder ob ich mir über Av oder Tv das fehlende glied gleich einsetzen lasse, nur daß letzteres eben wesentlich schneller und einfacher ist. beides geschieht in abhängigkeit der belichtungsmessung der kamera. die alternative wäre nur ein externer belichtungsmesser, oder eine sehr grobe schätzung mit seeeehr viel erfahrung.
Alles klar soweit? Dann komme ich jetzt noch dazu, wie man das am besten mal ausprobiert, um den effekt der schärfentiefe und die bewegungsunschärfe zu erhalten.
Schärfentiefe austesten:
(funktioniert am besten mit stativ, weil sich teilweise eine etwas längere belichtungszeit ergeben kann.)
macht euch am besten einen in die tiefe gestaffelten aufbau fertig, z.B. 10 bierflaschen vom vorabend in einer reihe auf dem tisch. die erste flasche ganz groß vorne im bild, die letzte ganz klein im hintergrund. die Kamera auf Av (Priorität: Blende), und die offenste mögliche blende einstellen (z.B. 4.0), dann (manuell) auf die 4. flasche scharfstellen, und knipsen.
das selbe dann nochmal aus derselben position mit der größtmöglichen blende.
die bilder die dabei entstehen, sollten die unterschiedliche schärfentiefe deutlich zeigen!
Bewegungsunschärfe austesten:
(auch hier kann ein stativ nicht schaden, oder zumindest eine feste kameraposition)
sucht euch dafür ein motiv, das in gleichmäßiger bewegung ist, wie z.B. ein Wasserfall, Springbrunnen, Autobahn, ... . die kamera auf Tv, eine kurze zeit einstellen, knipsen. zeit um ein paar stufen verlängern, knipsen. nochmal verlängern, knipsen. macht ein paar bilder zwischen 1/1000 und 1/2 sekunde, und ihr werdet die unterschiedliche bewegungsunschärfe sehen. der effekt klappt super bei wasser in bewegung!
macht eure tests am besten bei tageslicht, damit ihr keine probleme wegen zu wenig licht bekommt!
Übrigens:
wenn die zeitanzeige im display blinkt, heißt das daß für die aktuelle einstellung entweder zu wenig oder zuviel licht vorhanden ist!
so, genug für heute. viel spaß beim ausprobieren!
gruß
Jan
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Kaputnik
Dabei seit: 19.12.2007 Beiträge: 102
Verfasst am: 09.01.2008 [09:59] |
moin!
zum frühstück noch was schnelles lehrreiches:
immer wieder hört man den begriff "Tiefenschärfe", sogar von einigen profi-fotografen. leider ist der begriff völliger nonsens: es handelt sich hier ja nicht um die "Schärfe der Tiefe". Vielmehr sprechen wir von der "Tiefe der Schärfe", daher heißt es richtig: "Schärfentiefe". irgendwie kriegen das die meisten leute ständig durcheinander... jetzt wisst ihr's besser!
gruß
Jan
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