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[Info] Worauf achten beim Fahrradkauf?

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Autor Nachricht

Alien

Dabei seit: 04.04.2007
Beiträge: 18


Verfasst am: 10.04.2007 [16:18]
Ich denke, dass das ein wichtiges Thema ist, besonders für alle Anfänger, so wie ich. Ich wollte hier ne Unterstützung von den klügen Köpfen in Fragen - "Einzelteile" bekommen .

Ich fange an und warte auf euer Feedback, falls ich etwas falsch schreibe: icon_cool.gif

Worauf muss man überhaupt achten?

Die wichtigsten Komponente sind:
1. schaltwerk
2. umwerfer
3. ritzel
4. kurbel
5. tretlager
6. bremsen

SCHALTWERK und UMWERFER

Wenn man sich für Shimano entscheidet muss alles mindestens auf deore-niveau liegen.
Die Reihenfolge bei den Shimanogruppen ist:
Tourney TX->Altus->Acera->Alivio->Deore->DeoreLX->Hone->Deore XT->Saint->XTR

Also für die guten Fahräder muss die Schaltung: Mindestens komplett LX mit XT Schaltwerk oder komplette XT sein.

Was bedeuten diese Abkürzungen?
(IMHO)
Deore kommt aus dem franz. "d´or" ("aus Gold"icon_wink.gif
In den 80ern, da gab es von Shimano im MTB Bereich die Gruppen Deore und Deore XT (also stand XT für eXTra)
Beides qualitativ gute Gruppen, die XT noch besser als die Deore. Und sonst gab es nichts mehr.
Dann kam die abgespeckte Version dazu Deore LX (L für light und aus dem X war wohl schon ein Marketingkürzel ohne Bedeutung geworden)
Dann ging die Entwicklung weiter und die XT Gruppe wurde nach oben durch eine Spezial Gruppe erweitert: XTR, dabei steht das R für Racing.

Welche Firmen muss man noch beachten?
SRAM
SRAM wird in der Regel mit Drehgriffen oder neu mit Triggerschaltern bedient. Grundsätzlich wird eine ordentliche und dem Preis angemessene Qualität geliefert.
Bei SRAM kann man auch noch damit rechnen, daß es Kleinteile gibt und der Händler tatsächlich z.B. die Nabenschaltungen aufmachen kann.
Campagnolo
Campagnolo ist im Billigbereich nicht vertreten. sie bieten sehr schöne, langlebige Komponenten. Allerdings sind Campa-Teile nur noch im Rennrad und Fitnessbereich zu finden.

SRAM und Shimano bieten auch Nabenschaltungen an. SRAM scheint etwas robuster, Shimano dafür leichtgängiger zu sein. Die Gangzahl variiert dabei zwischen 3 und 8 Gängen.

Extrem teuer, aber auch gut: Die 14 Gang Rohloff-Nabe. Sie ist für alle die gut, die viele Gänge brauchen/wollen, aber lieber per Nabe schalten.

BREMSEN

Darüber hab ich folgendes gefunden:
" Bügelbremsen :
Standardvariante der Felgenbremse, gibt aber auch hier verschiedene Formen.
Das Bremsverhalten schwankt von sehr schlecht bis gut. Gerade Bremsen mit langen Bügeln bremsen schlecht, da hier 1. die Geometrie ungünstig ist ( langer Hebel hat wenig Kraft ) und 2. die langen Bügel sich bei jedem bremsen leicht verformen (kostet auch Kraft).
Zu empfehlen sind die neueren Modelle mit 3 Armen an der Oberseite und kurzen Bügeln.
Cantileverbremsen :
Sind eine besondere Form von Felgenbremsen. Sie bestehen aus zwei einzelnen Bremsarmen. Sind wohl im Preis-/Leistungsverhältnis die besten Bremsen. Lassen sich sehr gut einstellen, allerdings ist dies eine blöde Fummelarbeit.
Trommelbremsen :
Sind in der Vorder- bzw. Hinterradnabe integriert. Haben eine gute Bremsleistung. Gut für Tandems im Hinterrad geeignet. Im Vorderrad ist die Kraft so groß, daß die Gabel zu stark belastet wird. Auch bei normalen Rädern sollte die Gabel für eine Trommelbremse ausgelegt werden. Laufen sich schnell heiss.
Hydraudikbremsen :
Gute und wirkungsvolle Bremsen, bei denen die Einstellung der Bremsklötze besonders einfach ist.
Hier erfolgt die Kraftübertragung über eine Bremsflüssigkeit vom Geber (Bremshebel) zum Bremssattel.
Als Bremsflüssigkeit kommen:
- Mineralöle (Shimano, Magura) oder
- Bremsflüssigkeit DOT, die aus dem KFZ-Breich bekannt ist (Grimeca, Hayes, Formula etc.) zum Einsatz
Sind aber auch relativ teuer, allerdings sinken die Preise neuerdings schnell.
Welche Firmen kommen dabei in Frage?

Magura

Julie
Die preisgünstigste Bremse von Magura. Vorn eine 180mm-Scheibe, hinten eine 160er. Hat, wie viele selbstnachstellende Bremsen von Magura mit Schleifen und Quietschem zu kämpfen. Penible Montage ist Voraussetzungen für einen sorgenfreien Betrieb. Im Gegensatz zu den anderen Magura-Discs arbeitet die Julie mit geringem Druck
Clara
Wird nicht mehr produziert, da die Lücke ziwschen der Julie und der Louise zu klein war.
Die Bremsleitungen der HS33 bietet ordentliche Verzögerungswerte, neigt aber aufgrund der kleinen 160er Scheibe bei Permanentbremsungen gern zum überhitzen.
Louise
Die Standardlouise ist der Nachfogler (Ersatz) der Clara, gleiche Technik. Die Louise FR kommt mit einer 180er Scheibe und ist an das Klientel der "Freerider" gerichtet. Die größere Scheibe bietet eine etwas höhere Sicherheit vor Überhitzungen.
GustavM
Die Downhillbremse, teuer, recht schwer, aber von legendärer Bremskraft.
Alle Magura-bremsen sind 2-Kolbrenbremsen, mit Ausnahme der Gustav (Schwimmsattel) werden beide Bremsbeläge durch Kolben an die Scheibe gedrückt.
Bremsbeläge für Magura-bremsen kosten ab 18E

Grimeca

Produziert 2-, 4- und 6-Kolbenbremsen. Etwas preisgünstiger als Magura. Leider hat Grimeca sehr mit Fertigungstoleranzen zu kämpfen. Der IS (internationale Befestigungsstandard) wird nicht immer eingehalten. So kommt es häufiger zum Schleifen des Bremssattels an den Speichen bei hoch bauennden Nabenflanschen. Hier sollte die Befestigung vom Händler erfolgen bzw. eine gesicherte Aussage erfolgen, ob die Bremse zum Laufrad passt.

Shimano

Legendär hier die XT-Bremse (4-Kolben). Neigten früher zum Quietschen, durch Belagwechsel von sintermetall- auf organische Beläge ist dieses Problem in den Griff zu bekommen. Recht teuer, gute Verabeitungsqualität, Standards werden eingehalten, hohe Bremskraft.

Hope, Hayes

Beide recht teuer, man hört aber viel Gutes.

V-Brakes :
Wie der englische resp. amerikanische Name schon vermuten läßt, handelt es sich hier um eine relativ neue Errungenschaft, die jedoch schnell zur Standardausstattung bei neuen Rädern wurde. Sie erzielen eine höhere Anpresskraft auf die Felgen und durch eine spezielle Führung stehen die Bremsklötze immer parallel zur Felge. Zu diesen von den Herstellern propagierten Vorteilen gibt es folgendes zu bemerken.
Der stärkere Anpreßdruck auf den Felgen kann nur wirksam werden, wenn auch die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn die gleichen Kräfte übertragen kann; sonst blockiert der Reifen. Diese Reibungsgrenze erreicht man mit den vorher üblichen Cantileverbremsen auch schon auf trockener Fahrbahn, außer bei falscher Einstellung.
Man muß die Bremsklötze jetzt nicht mehr nachstellen, aber aufgrund der geringeren Materialstärke ebensooft wechseln.
Ein echter Vorteil sind die geringeren Kräfte im Bremszug, die diesen voraussichtlich länger halten lassen" (c)


RAHMEN

Hier beachtet man:
1. Geometrie (Damen- oder Herrenrad)
2. Rahmenhöhe (wie man das ausrechnet, ist auf der Seite auch vorhanden
3. Material
" Stahl : Ist das billigste Rahmenmaterial und für einfache Räder auch ausreichend.
CrMo-Stahl : Für stark strapazierte Rahmen ( MTB's, ATB's, Rennräder, aber auch Lasten- und Reiseräder.
Aluminium : Ein erschwingliches Material für Gewichtsfetischisten (sind ein paar Gramm (300-400) leichter)
Titan : Ein sehr teures, da energieafwendiges Material. Ist deshalb auch relativ selten. Aber auch sehr gut.
Carbon : Für den normalen Einsatz kaum geeignet. Man kriegt aber ein starkes High-Tech Image mit so was." (c)

Also Aluminium ist perfekt für einen Durchschnitsradfahrer.

Weitere Einzelheiten sind noch zu beachten:
Sollen an dem Rad Cantileverbremsen angebaut werden, so müssen die Sockel dafür vorhanden sein.
Sollen Trommelbremsen eingebaut werden, so muss die Gabel dafür ausgelegt sein. Bei oversized-Rahmen werden meißt spezielle Grössen bei Sattelstütze und Vorbau benötigt. Für das Montieren von Schutzblechen und Gepäckträger sind Löcher an den Ausfallenden von grossem Nutzen. Für Low-Rider sollten die Gewinde in der Gabel vorhanden sein. Die Bowdenzugführungen für Bremse, Schaltung und Umwerfer sollten vorhanden sein. Dabei ist folgendes zu beachten: gehen die Züge am Oberrohr (Herrenrad) entlang, wird ein entsprechender Umwerfer benötigt. Außerdem sitzt man unter Umständen darauf, ; gehen die Züge am Unterrohr entlang, verdrecken sie schnell und gehen dann schwer.
Kleine Löcher für die Verlegung Lichtleitung im Rahmen sind praktisch.(Finde ich nicht. Die Kabel reißen dann genau an diesem Loch, so daß man sie nur schwer reparieren kann, und ich kann mich mit Löchern in`m Rahmen allgemein nicht so anfreunden) Eine Halterung für das Schalterk ist auch von Nutzen. Eingelötete Gewinde für die Trinkflaschenhalter (1, 2 oder 3) erleichtern das Anbringen. Manchmal sind am Ausfallende der Gabel kleine Nippel, damit das Rad bei geöffnetem Schnellspanner nicht von selbst herausfällt. (c)

TRETLAGER

Keillager:
Im Prinzip eine der blödesten Erfindungen die in der Fahrradgeschichte gemacht wurde. Gerade wenn man etwas doller in die Pedale tritt lockert sich der Keil schnell und wird er nicht gleich wieder fest gezogen, so ist das Lager bald hinüber. Der einzige Vorteil ist der, daß man ohne Spezialwerkzeug an das Lager kommt.
Vierkantlager:
Die Lagerachse ist zu beiden Seiten hin zu einem Vierkant geformt, der nach außen hin etwas dünner wird. Dort werden die Tretarme raufgesteckt und mit einer Schraube, die in die Lagerachse geschraubt wird, befestigt.
Allerdings gibt es hier auch wieder verschiedene Ausführungen.
Kompaktlager:
Die Lager befinden sich in einer komplett gekapselten Hülle, die durch zwei Schalen (meist geschraubt, selten geschlagen) im Rahmen gehalten werden. Geht irgend etwas kaputt, so muß meißt das ganze Lager gewechselt werden, da man es weder nachstellen noch zerlegen kann. Ist aber auch selten vonnöten.
Lager aus Einzelteilen:
Auch dieser Typ unterteilt sich wieder in zwei Arten. lager mit Schraub-bzw. mit Schlagschalen. Beide sind einstellbar und zerlegbar.

FELGEN

Allgemein gibt es Felgen aus zwei Materialien:
1. Stahl und
2. Aluminium
Beim Neukauf ist von Felgen aus Stahl abzuraten, da diese verschiedene Nachteile haben, die da wären:
Felgenbremsen bremsen auf Stahlfelgen relativ schlecht, bei Nässe so gut wie gar nicht. Selbst bei Felgen mit angerauter Bremsfläche und Bremsgummis für Stahl ist dies nicht zufriedenstellend.
Stahlfelgen sind auch nicht stabiler als gute Alu-Felgen.
Bei Alufelgen gibt es:
- U-Profil- und
- Hohlkammerfelgen.
Hohlkammerfelgen aus Alu sind jeder Stahlfelge vorzuziehen, auch wenn nicht auf der Felge gebremst wird. Sie sind deutlich widerstandsfähiger gegen Verformung und somit auch vor "Achtern" besser gefeit.
Durch die immer besseren Felgenbremsen enstehen immer häufiger Probleme durch das Durchbremsen der Felgen. Heutige Konstruktionen haben Verschleißmarken o.Ä., die die Gefahr frühzeitig anzeigen.
Tip: Aerofelgen ( mit einem V-Förmigen Profil ) kombiniert mit Cantileverbremsen machen oft Schwirigkeiten, da der Drehpunkt unterhalb der Felge liegt,und der Bremsklotz sich dann unter der Felge verklemmt.
Bei Bügelbremsen ist das anders, da der Drehpunkt über der Felge liegt. (c)

Noch mehr zum Thema:
Hier

So sieht das ganze aus... icon_cool.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 21.04.2007 um 15:25.]

Timberlake

Dabei seit: 05.04.2007
Beiträge: 282


Verfasst am: 10.04.2007 [17:18]
hey,
erstmal wow respekt für den Beitrag!! icon_wink.gif
is eigentlich au alles ok bis auf en paar Kleinichkeiten.

Alien schrieb:
Beim Schaltwerk und Umwerfer muss alles mindestens auf deore-niveau liegen.
Die Reihenfolge bei den Shimanogruppen ist:
Tourney TX->Altus->Acera->Alivio->Deore->DeoreLX->Hone->Deore XT->Saint->XTR


So zwischen der Saint und der Deore Xt gib es noch ein typ der erst Seit 2007 erhältlich ist dennoch es gibt ihn.
Es handelt sich um die Shimano DXR (für den BMX gebrauch).

Auserdem hast du nur die Reihenvolge für Mountain und Trekkingbikes aufgelistet.
Hier nun noch die Reihenvolge für Rennräder:
(absteigende Qualitätsklasse)
Dura-Ace; Santé (nicht mehr erhältlich); Ultegra; 105; Tiagra; Sora; 2200; A050

und noch was für ein gutes MTB reicht auch Deore mit Xt

versteh diese Dinge nur als Verbesserungsvorschlag nich als Kritik!! icon_razz.gif


Mfg Timberlake

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.04.2007 um 17:19.]

Steffen_Gronegger
[Administrator]

Dabei seit: 26.03.2007
Beiträge: 1346


Verfasst am: 10.04.2007 [19:12]
Jesus Alien,

Du gehst ja ab! Das ist mal ne tolle Auflistung ... es stimmt zwar nicht alles, aber fast! Ich werde mich morgen hinsetzen und nach bestem Wissen, Ergänzungen bzw. kleinere Korrekturen hinzufügen.

Aber das Du dir die Mühe machst, einen derart komplexen Rundumschlag zum Thema Fahrradtechnologie aufzulisten, finde ich ausgesprochen cool. Das ist ne Menge Arbeit und ich finde, dass es gerade für Einsteiger ne wirklich tolle Aufbereitung der wichtigsten Komponenten bietet.

Wir bauen bald ein Glossar / Wiki zum Thema Fahrradtechnik. Da werde ich Deinen Beitrag als Grundlage heranziehen ... Da muss natürlich noch mehr rein, aber es ist ein gelungener Anfang.

5 Sterne von mir!

Respekt, ich bin echt platt. icon_cool.gif

MfG,

Steffen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.04.2007 um 19:13.]

Ride it like you stole it!

Alien

Dabei seit: 04.04.2007
Beiträge: 18


Verfasst am: 11.04.2007 [14:58]
Timberlake, Steffen, danke erst Mal! icon_redface.gif

Da ich allerdings kein Angeber bin, muss ich gleich sagen, dass nur die Zusammenfassung von mir ist. Mit meinen jetzigen Kentnissen könnte ich theoretisch so was schreiben. Das Ganze entstand aber nach einer Recherche, als ich meienen ersten Fahrrad aussuchen wollte. Das ist also das Produkt aus den Forums und den thematischen Seiten, die verschiedene andere Leute geschrieben haben. Deswegen habe ich alles in die Klammer genommen und Copyright-symbol zugefügt, dass keiner von den Leuten, die das geschrieben haben böse sein können.

Ich wollte halt, dass die zukunftigen Fahrradfahrer ihre Zeiz so wenig wie möglich im Internet verbringen. Ihr wisst schon, wie das Ganze beginnt: man muss erst mal mit den Fahrradtypen klar kommen und dann taucht plötzlich auf: Shimano, Magura, Deore, Tiagra. Wie man bei uns sagt: Sogar der Teufel selbst kann hier seine Beine brechen. Und da ich schon meine Zeit investiert habe, habe ich gedacht, dass ich halt diese Zusammenfassung poste. Aber wie gesagt, das stammt nicht von mir persönlich. Außerdem ist die Information schon ein bisschen veraltet, deswegen freue ich mich auf ihre Korrekturen und Verbesserungen. Klar werde ich das nicht als Kritik betrachten (wink an Timerlake icon_wink.gif), sondern als das Thema, dass mit ihren Kentnissen unendlich erweitert werden kann und so megahilfreich für die Einsteiger sein kann.

Und Steffen, wenn du magst, kannst gleich in meinem Message alle Korrekturen vornehmen. Wird auch praktisch für die Forumbesucher.

Alien

Dabei seit: 04.04.2007
Beiträge: 18


Verfasst am: 11.04.2007 [15:21]
Was wollte ich bei der Gelegenheit noch fragen: icon_cool.gif

Überall findet man ewige Diskussionen über Hydraulikbremsen und V-Brakes. Mal abgesehen von den Vorteilen und Nachteilen, spielt bei den durchschnittlichen Fahrradbedinungen nur der Preis ne Rolle?
Warum frage ich? Weil ich lese oft, dass 2/3 der Einsteiger sich entweder im Wald oder auf den Schotterwegen bewegen, oder auch Mal die Hügel rauf und runter fahren. In diesem Fall reichen doch vollkommen V-Brakes aus, oder? Ja, klar, die steilen Wege kann man überall finden, wenn man will. Aber, wenn man die auch 2-3% der Fahrzeit benutzt, braucht man dafür extra keine hydraulischen Bramsen zu kaufen? Was sagt ihr dazu?

Und noch was. Für die Umwerfer, Schltwerke und Bremsen, haben wir die Firmen und Gruppen aufgelistet. Gibt's solche klare Kategorien auch für den Lenker und den Sattel?

mfg

Steffen_Gronegger
[Administrator]

Dabei seit: 26.03.2007
Beiträge: 1346


Verfasst am: 23.04.2007 [18:09]
Hallo Alien,

das hatte ich schon lange versprochen & konnte es einfach bisher nicht einlösen. Ich wollte deine tolle Auflistung noch überarbeiten und ergänzen.

Jetzt hast du zudem noch allgemeine Fragen zu den Bremsen eingeworfen, die ich erstmal beantworten möchte. Ich werde mir dann in Ruhe deine Liste vornehmen und bearbeiten ... entweder heute Nacht oder morgen - versprochen.

Zu Bremssystemen habe ich Folgendes zu sagen:

1.) Der Preis spielt natürlich eine erhebliche Rolle. So wirst du an Fahrräder bis 500 ? in der Regel immer V-Brakes oder mechanische Bremsanlagen finden. Wenn du ein gutes Angebot findest, dann ist vielleicht schon eine Magura HS 11 Hydraulik-Felgenbremse verbaut. Aber echte hydraulische Scheibenbremsen wirst du nicht finden in dieser Preisklasse. Außer das Rad ist stark reduziert oder irgendwas an der restlichen Ausstattung stimmt nicht ...

2.) Für wen sind V-Brakes ausreichend?

Zunächst muss man sich über den Einsatzbereich klar werden. Wer viel im Gelände unterwegs ist, steile und schnelle Downhills bevorzugt und auch bei Wind und Wetter, vielleicht sogar im Winter fährt, sollte V-Brakes nicht mehr in Betracht ziehen. Da haben hydraulische Scheibenbremsen deutliche Vorteile. Und auf lange sicht rentiert sich das auch.

Zweitens muss man sich auf die Waage stellen. Wie schwer bist du? V-Brakes reichen für alle Fahrer unter 65 Kilo aus, wenn der Einsatzbereich moderat bleibt. Alle darüber sollten bereits die Vorteile einer hydraulischen Scheibenbremse nutzen. Fahrer über 80 Kilo werden mit mechanischen Bremsen wenig Spaß haben, egal unter welchen Bedingungen. Es kostet einfach zu viel Kraft und Anstrengung, dass Bike schnell zu verzögern.

Generell gilt:

Mechanische V-Brakes sind: leicht, einfach zu warten, kostengünstig und bis zu einer gewissen Gewichtsklasse und einem bestimmten Einsatzbereich vollkommen ausreichend. Wer nur in normalem Gelände oder auf Forststraßen unterwegs ist, dürfte mit einer V-Brake glücklich werden.

Hydraulische Felgenbremsen (Magura HS 11 und HS 33) sind: funktional, bieten deutlich bessere Bremswerte bei Trockenheit, geringen Verschleiß, geringe Wartung, sehr gute Dosierbarkeit und reichen auch schwereren Fahrern bei moderatem Gelände vollkommen.

Hydraulische Scheibenbremsen sind: für schwerere Fahrer erste Wahl, bieten beste Funktionalität auch im anspruchsvollen Gelände und unter allen Witterungsbedingungen. Geringer Verschleiß, hoher Bedienkomfort und geringe Wartungsempfindlichkeit empfehlen diese Bremsen für ambitioniertere Fahrer. Aber: Scheibenbremsen neigen zum Schleifen! Schleifgeräusche gehören zu den meisten Scheibenbremsen einfach dazu. Wer nicht andauernd die Bremse neujustiert, wird sich an diese Begleiterscheinung gewöhnen müssen. Eine der letzten Kinderkrankheiten von Scheibenbremsen ?

Fazit: Wer eine moderne und funktionale Bremse sucht und nicht unbedingt zu den Fliegengewichten zählt, sollte immer eine Scheibenbremse bervorzugen. Wer Leichtbau will und etwas weniger Bremspower und Dosierbarkeit braucht, kommt auch mit guten V-Brakes zurecht.

Mein Tipp: Ich habe jahrelang nur V-Brakes gefahren und war immer der Meinung, dass es ausreicht. Alpen, schnelle Downhills etc. ? alles habe ich mit V-Brakes gefahren. Als ich das neue Bike mit Scheibenbremse bekommen habe, war das wie Aha-Effekt. Deutlich schneller unterwegs, deutlich späterer Bremspunkt, weniger Handkräfte, um das Bike abzubremsen und einfach mehr Sicherheit. Auch wenn es manchmal nur subjektiv gefühlt ist ... wer schneller fährt, stürzt auch länger! icon_twisted.gif

Gruß,

steffen.


Ride it like you stole it!

Alien

Dabei seit: 04.04.2007
Beiträge: 18


Verfasst am: 24.04.2007 [09:29]
Steffen, nur kein Stress! icon_wink.gif
Antworte nur dann, wenn du wirklich die Zeit dazu hast. Ich freue mich immer auf die Anwort, aber sooo lebenswichtig, dass du dafür extra nachts arbeiten mussst, ist das Ganze doch nicht. Also schlaff ruhig aus und vielen dank für deine Antwort! icon_smile.gif Ist sehr informativ und jetzt ist mir endlich klar warum ich solange brauche um zu bremsen. Ich wiege 85kg und bergab muss ich ziemlich stark am Zügel ziehen, um rechtzeitig zu bremsen. icon_rolleyes.gif

(Guck mal in deine Nachrichten. Hab dir noch ne Frage geschickt)

mfg



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.2007 um 09:48.]
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