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Bei malerischem Ausblick über die Bucht von Cala Mayor ging es am Anstieg zur Autobahnabfahrt gleich in die 10% Steigung die wir zum Glück *mit kalten* Beinen fahren durften.
Nach ca. 2km durchfährt man auf der Route die kleine Ortschaft Genova die auf einer nach links gelegenen Anhöhe ein Kloster etc. beherbergt. Laut Angaben eines Radverleihers ist diese Strecke für Radfahrer extrem gefährlich. Die Steigung um die 15% fordert einen starken Druck am Bremshebel.
Am Kreisel der ca. 800m nach der Ortschaft beginnt gibt es nun zwei attraktive Routen nach Puigpunyent. Einmal die Fahrt über den Pass oder über die Talstraße. Wir entschieden uns für die gemütlichere Route über das Vall de Sagranada.
Die Nähe zu Palma ist unverkennbar. Die gerade zu Feierabendzeit vielen Autos erinnern einen an unsere Heimat Stuttgart. Jedoch lässt es sich die Konfrontation mit dem Autoverkehr über kleine Schleichwege vermeiden.
Weiter geht's auf der Tour nach Vileta bis zur Abzweigung nach Puigpunyent. Das Profil der Strecke wird nun unruhiger und welliger. Ein ca. 3% Anstieg lockt so langsam die Belastung nach dem Warmrollen aus einem heraus. Die Weiterfahrt nach Puigpunyent entlang der bewaldeten und wenig befahrenen Talstraße ist ein toller Vorgeschmack auf die super schönen Momente und Ausblicke die man in den Bergen haben wird. Die Talstraße erinnert mich vom Profil her an die Enz die ab Richtung Poppeltal Richtung Bad Wildbad fließt, aber dies nur am Rande erwähnt.
In Puigpunyent angekommen knallt die Sonne nur noch so runter und man wünscht sich beinahe das es wieder Winter ist. Jedoch wird es im Sommer dramatisch härter. Der Anstieg auf die Passhöhe Richtung Esporles ist anfangs unbewaldet und kahl. Ein Alptraum für Mitteleuropäer bei stehender Luft um die 40°C.
Ein Schild bei der Ortsausfahrt in Puigpunyent mit einer Angabe der Steigungprozente und der Länge gibt einen kurzen Vorgeschmack auf das kommende Spektakel. Es sind gerade mal ca. 4,7 % bei 3-4 km Länge, jedoch müssen gerade die Leute mit wenig Kraftausdauer im Frühjahr schon ein gutes Stück Anstieg wegstecken. Die ca. 20 Kehren die sich alle 30m abwechseln, erinnern einwenig an Alpe d'Huez. Jedoch ist es von der Härte nicht vergleichbar. Man fragt sich ob es sich aufgrund der vielen Serpentinen überhaupt lohnt im Sattel zu bleiben, grade weil man dauern in den Steilpassagen am Stehen ist.
Nach ca. 1 km verlässt man die kahle und vertrocknete Seite des Anstieges und fährt nun in den dicht bewaldeten Teil ein der wirklich einem Dschungel ähnelt. Ein toller Moment um sich an der frischeren Luft zu erfreuen. Die Kehren nehmen kein Ende und schneiden sich in den Berg. Jedoch endet nach einigen Haarnadelkurven der malerische Aufstieg leider viel zu rasch. Man hätte wirklich ewig so weiter fahren können.
An der Passhöhe steht nun eine längere Abfahrt mit ca. 5-6 km an, die Anfangs auf dem glatten und leider oft rutschigen Asphalt Obacht bieten sollte. Im Tal angekommen geht es an Felsvorsprüngen und schroffen Felswänden vorbei. Schon aus Respekt an die tolle Aussicht sollte man hier lieber mit gezogener Bremse fahren. Ein Zusammentreffen mit eine Auto auf einer 2m breiten Straße ist bei solch schlechten Ausweichmöglichkeiten nicht sehr spaßig.
Am Anschluss der pulsbringenden Erstbefahrung der Verbindungsstraße geht es in einen weiteren Anstieg. Links abgebogen sind wir schon beinahe an der Küstenstraße die sich um die Insel legt. Links geht es nach Banyalbufar. Diese Route heben wir uns aber für einen anderen Tag auf. Wir entscheiden uns für die Weiterfahrt nach Rechts Richtung Soller (via Valdemossa). Der kurze Zwischenaufstieg vom Tal auf die Kreuzung nimmt rein psychologisch eine Sonderstellung ein. Die breite pechschwarze Straße mit optisch super Asphalt, entpuppt sich als giftige Steige mit Schruppasphalt. Man lernt einfach nie aus.
Nach der Kreuzung geht es nun wie vorher erwähnt weiter nach Rechts. Gehen tut's normalerweise gemütlich. Nur wurden wir an diesem Tag von einer professionellen GS3 aus der Slowakei (oder war es Sparta Prag ?) geradezu einladend am Anstieg mit 5% und 200 HM überholt. Also hingen wir uns dran was im nachhinein ein guter Leistungstest im Hochpulsbereich war. Der Anstieg kann man locker mit 15-16 km/h fahren und sich noch gut unterhalten. Mit den Pro's jedoch kommt man sich im Zug einfach anders vor. Die Blicke auf die Pulsuhr werden weniger, was auch fatal enden kann. Mit ca. 22-24 km/h sind wir da hochgeschossen. Nach dem längeren Anstieg ging's in kleinen Anstiegen von 30-40 HM immer wieder hoch und runter. Das macht offensichtlich eine typische Küstenstraße auf Mallorca aus.
Durch das rasante Abfahrttempo und die vielen echt gefährlichen Kurven hat man kein Blick auf die wunderschönen Landschaften und Panorama übrig. Eigentlich Schade, ein Grund wiederzukehren. Nach der flotten ?Hetzerei" mit den Pro's stand die Abfahrt nach Soller an.
Eine kurze Pause mit Essensaufnahme und die Anfahrt zum Col de Soller ließen den Puls einwenig zurückgehen. Mittlerweile war es Mittag und die Temperaturen gingen in die Höhe. Krämpfe machten sich zum Glück nicht bemerkbar.
Der Col de Soller wird auf einem Schild mit Steigung und Länge wie von den Passauffahrten gewohnt angegeben. Meiner Erinnerung nach um die 6 % auf 12 km. Die Auffahrt gestaltet sich bis an die Tunneleinfahrt etwas ruppig, da vielbefahren. Der Standstreifen der an den Passanstieg führt ist ca. 50 cm breit und leider einwenig verschmutzt was evtl. zu Pannen führen kann. Am Tunneleingang angekommen geht es links weg zur Passauffahrt. Bis zu diesem Punkt haben wir schon etwa 60-80 HM bezwungen. In den 10-12 Serpentinen geht es nun in gleichmäßigem Tritt bis auf die Passhöhe hinauf. Am Tag der Erstbefahrung durch uns auf Malle wurden wir von einigen Engländern in Nationaldress überholt. Die hattens wohl sehr eilig, da sie aus weiter Ferne schon an ihrem Keuchen zu hören waren. Vielleicht war es ja die U23-Auswahl beim Training.
Oben angekommen hat man eine weitgehende Aussicht auf Palma und das Umland im Süden. Jedoch lohnt es sich weiterzufahren weil der kühle Wind nur unnötig eine Erkältung provoziert. Die Abfahrt ist wiederum gut und angenehm breit. Auf der direkten Straße nach Palma lässt es sich nun richtig schön krachen. Tempo und durch. Die 1-2 % Abstieg erlauben einen Speedrausch im Flachen.
Thomas und Ich haben uns mit dem größten Gang bewaffnet und sind auf die Jagd nach einzelnen Radfahrern gegangen. Jedoch wurden wir recht schnell von einer Vereinsmannschaft mit paar Mann gejagt und eingeholt. Zu gut das diese uns einen angenehmen Windschatten für ein paar KM anboten, den wir gerne nutzten. Nach dieser Speedetappe kamen wir an der Stadtgrenze von Palma an. Guter Rat war teuer, die Ortsumgehung war uns Mallorca-Frischlingen unbekannt, so das wir uns durch den Stadtverkehr kämpfen mussten. Jedoch war es eine gute Lektion und wir wussten nun wie wir ungehindert und relativ autofrei Palma für die Zukunft umgehen .
Am Hotel angekommen betrachteten wir unsere Bräunung und freuten uns auf die kommenden Tage. Mallorca ist als Trainingsstützpunkt mit Bergcharakter und Training am Berg gut geeignet. Unsere Erwartung bezüglich der Topographie hat sich vollends erfüllt. Zwei Bergfreunde im Paradies ;-)
Entschuldigt bitte diie paar Sackgassen die wir aufm GPS produziert haben. Typiosche *Verfahrer* nunmal.
Viel Spaß beim Nachfahren.
Cala Mayor. Ca. 5 km westlich von Palma de Mallorca. Direkte Anfahrt über die Schnellstraße
Weitere Informationen
keine Angabe
Infobox
Beurteilung
Landschaft:
Kondition:
Technik:
Technische Eckdaten
Dauer: 3h 30 min
Höhenmeter: 2112
GPS - Download
Wie wurde bewertet
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2008-08-09 19:15 von Feldfisch
Du scheinst ja viel unterwegs zu sein und machst Dir echt eine Riesen-Arbeit mit diesen Beschreibungen. Respekt! |
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2008-04-14 09:19 von donogl
Auch von mir wie immer ein dickes Lob! Echt sauvile Arbeit machst du dir da immer um anderen diese sehr guten Infos zur Verfügung zu stellen! Unser GPS-Modul bräuchte mehr so Leute wie dich! Dann wäre das hier richtig dick unterwegs! |
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2008-04-06 00:06 von EINFACH TOLL
Super Tourenbeschreibung |










