Bewertungstext:
Wir haben das Burley Piccolo für unseren Sohn gekauft, der jetzt fünf Jahre alt ist und sind jetzt in der Lage, kleine Touren mit ihm zu fahren, bzw. für bestimmte Wege auf das Auto verzichten zu können. Für den Fahrradsitz wird er jetzt langsam zu groß und zu schwer und mit dem eigenen 16\" Rad kann er natürlich nur auf dem Gehweg fahren und auch nicht für weitere Strecken. Es gibt auch günstigere Fahrradnachläufer, aber das sind meistens solche, die am Sattelrohr des Zugrades befestigt werden und in Tests nicht besonders gut bewertet werden. Eine echte Alternative ist wahrscheinlich das FollowMe, hier muss aber das Kinderfahrrad immer dabei sein, also ein ganz anderer Ansatz, da sollte man sich vor dem Kauf bewusst machen, welches Prinzip besser zu einem passt. Das Piccolo macht insgesamt einen hochwertigen und stabilen Eindruck, was fehlt ist allerdings ein Schutzblech für das Hinterrad. Für vorne gibt es einen Spritzschutz (den wir noch nicht ausprobieren konnten, da keine Regenfahrten). Unser Fünfjähriger (etwa durchschnittlich groß) passt gerade so rauf, sodass er fleißig mittreten kann (wenn Kraft und Lust dazu vorhanden sind) und ist auch reif genug, im Straßenverkehr keinen Unsinn zu machen. Man sollte auf jeden Fall vorher mit dem Kind ein paar Regeln festlegen und klar machen, wer der Kapitän auf dem Gespann ist. Es macht ihm auf jeden Fall großen Spaß und bei einer Tour von 2 x 8 km tritt er jetzt am Anfang noch fast den ganzen Hinweg mit, auf dem Rückweg kam es dann auch schon vor, dass er ein bisschen zu müde war und wir eine extra Pause einlegen mussten. Für mich das Ziehendem gestaltet es sich recht einfach. Natürlich muss man mehr treten, als ohne Kind hinten, immerhin muss ich etwa 9 kg Piccolo plus 20 kg Kind ziehen. Strecken, die ich sonst mit 25 km/h fahre, fahren wir jetzt eben mit 20 km/h. Laut Burley sollte man nicht schneller als 24 km/h mit Kind fahren, was mir mit Kind hinten drauf auf ausreicht. Wenn mein Sohn mittritt, ist es manchmal noch ein wenig wackelig, sodass man immer ein wenig mehr Platz beim Fahren einplanen sollte, als man allein benötigen würde. Ich denke aber, dass er da mit der Zeit mehr Gefühl für das Gleichgewicht bekommt. Das Problem hat man mit dem Fahrradsitz auch, mit dem Trailercycle finde ich es im Vergleich dazu aber weitaus angenehmer zu fahren. (Mit Fahrradanhängern habe ich leider keine Erfahrung.) Die Position der Verbindung oberhalb der Hinterradnabe des Zugrades sorgt dafür, dass der Nachläufer in Kurven in der Spur des Zugrades bleibt, sodass man nicht groß darauf achten muss, ob das Piccolo an einem Hindernis hängenbleibt. Zur Gangschaltung: Mein Sohn konnte gleich problemlos die Gänge wechseln, allerdings findet er noch nicht immer den richtigen Gang und spielt ab und an noch mal gern damit herum. Das kommt aber sicher noch, er ist immerhin erst fünf und wir haben erst ein paar Touren hinter uns, Zur Montage des speziellen Gepäckträgers (Moose Rack) ist zu sagen, dass schon einiges handwerkliches Geschick vorhanden sein sollte. So musste ich, um ihn an mein Moutainbike zu befestigen, die Befestigungsstangen mit einer Metallsäge kürzen, sonst wäre es nicht gegangen und auch wenn, würden sie ansonsten wahrscheinlich recht weit abstehen. Zudem ist die Anleitung sehr knapp gehalten und die Größe und Qualität der Fotos eindeutig mangelhaft. Der weniger begabte sollte zum Kaufpreis also noch Montagekosten bei der lokalen Fahrradwerkstatt einplanen. Die gekürzten Stangen werde ich vorsichtshalber bei Gelegenheit nachbestellen (ich hoffe, das geht auch über fahrrad.de), damit ich keine Probleme bekomme, wenn ich das gute Stück an einem anderen Rad montieren bzw. mal verkaufen möchte. Ist der Gepäckträger einmal installiert, ist das An- und Abhängen ein Kinderspiel. Alles in allem für uns eine lohnende Anschaffung, die wir nicht bereuen und die uns viel Spaß macht.
Fazit:
Hoher Spaßfaktor, ich würde es jederzeit wieder kaufen