Camping - die Tierwelt - Fahrrad.de
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Camping – die Tierwelt

Camping – die Tierwelt

Die Tierwelt bei der Radreise beachten

Bei meiner Fahrradtour von Reutlingen nach Istanbul war es in den Karpaten dann so weit: Ein Bauer sagte mir, ich solle beim Befahren der Berge aufpassen, schließlich gäbe es wilde Bären. Völlig verunsichert und voller Angst, hinter jeder Ecke einen wilden Bären vor zu finden, fuhr ich weiter, um mich erst in Bukarest langsam wieder zu entspannen. Hätte ich damals ein anderes Wissen über Bären und die Natur gehabt, wäre ich nicht nur entspannter an die Sache herangetreten – Es wäre auch deutlich ungefährlicher gewesen. Deshalb möchte ich euch nachfolgend einige Dinge nennen, die es in der Tierwelt zu beachten gibt.

Insekten:

Insekten - Campen auf freien plätzenAm Anfang stehen die scheinbar ungefährlichen, lediglich nervigen Tierchen. Bei Insekten und Camping denkt man zuerst an Mücken; doch auch Spinnen und Ameisen können zur Plage werden. Daher sind Ortswahl und Art der Ausrüstung entscheidend: Bei der Wahl des Zeltplatzes gibt es einiges zu beachten, wie ich schon im letzten Artikel zum Thema Camping erwähnt habe. Doch will man in von Insekten belebten Regionen Zelten, gibt es noch einiges mehr zu beachten. So ist auf öffentlichen Campingplätzen manchmal Müll vorzufinden. Dies kann zu einer Insektenplage führen, da allerlei Tiere wie Fliegen oder Ameisen angelockt werden können. Daher sollte man von Abfällen, auch organischer Art, großen Abstand halten. Dasselbe gilt natürlich auch für den eigenen Müll und die eigenen Lebensmittel: wenn es vor Ort keinen Mülleimer gibt hat man verschiedene Möglichkeiten: Es ist immer gut einen Luftdichten Beutel dabei zu haben in dem man den Müll verschließen kann. Eine weitere Möglichkeit ist es die Sachen in einem Beutel an einen Baum zu hängen. Dafür braucht man allerdings erst einmal eine Schnur die man über einen hoch gelegen Ast hängen kann, daran hängt dann der Beutel. Wichtig und unbedingt zu beachten: Natürlich sollte der Müll auch am nächsten Tag wieder mitgenommen werden, damit auch andere Besucher ihre Freude an der Natur haben können.

Eine Sonderstellung nehmen die Zecken und Stechmücken ein. Sie hinterlassen nicht nur juckende Bisse und Stiche, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen.Schützen kann man sich durch entsprechend dichte Kleidung bzw. Netze am Zelt oder Repellentien.

Der nächste Punkt ist die Zeltwahl. In Regionen mit vielen Insekten empfiehlt es sich, ein Zelt mit Insekten sicherem Innenzelt zu nehmen. Ich bin zwar selbst sehr gerne ultraleicht unterwegs, und mein Zelt lässt sich auch ohne Innenzelt aufstellen. Trotzdem nehme ich es immer mit. Wenn das Innenzelt verschlossen ist, haben Insekten keine Chance- und will ich trotzdem den Ausblick genießen, kann ich auf das Außenzelt bei gutem Wetter verzichten. Dann liegt zwischen mir und der Natur nichts weiter als ein dünnes Netz.
Beim Abbauen des Zeltes sollte man darauf achten, dass es frei von Insekten ist: sonst werden diese zerdrückt und hinterlassen Flecken, die sich nur schwer entfernen lassen.

Gefährliche Wildtiere

Einige Tiere, die einem in Kanada begegnen können:

  • Grizzlybären
  • Kojoten
  • Wapiti
  • Wölfe

Fehler bei der Wahl des Zeltplatzes oder beim Aufstellen des Zelts sind zwar oft ärgerlich, aber nur selten wirklich schlimm, außer man kühlt durch Nässe aus. Anders ist das in Regionen mit wilden Tieren, da ein Fehlverhalten hier wirklich kritisch sein kann. Es gibt jedoch mehrere Regeln, die das Risiko auf unerfreuliche Tierbesuche minimieren, in Amerkika gibt es unter Anderem häufig Besuch von Bären.
Hier ein paar Tipps:

  • Informieren:
    Bevor man zu seinem Abenteuer aufbricht, sollte man sich gut informieren welche Gefahren in dem zu bereisenden Gebiet lauern. Die Seite des auswärtigen Amts http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laender_Uebersicht_node.html gibt einem gute Hinweise, was das jeweilige Land betrifft, allerdings werden tierische Gefahren nicht angesprochen. Da ich keine Seite kenne, auf der es für alle Länder eine Übersicht gibt, welche Gefahren herrschen, sollte man selbst im Internet oder in Büchern recherchieren.

    bikepacking radreise - Behälter - Kanada

    Der Bärensafe schützt das Essen. Foto: Leonard Schlüren

  • Kein Geruch:
    Wilde Tiere werden vor allem durch den Geruch von Essen angelockt. Doch auch Parfüm, Deo und Zahnpasta können auf Bären zum Beispiel attraktiv wirken. Daher sollte man auf parfümierte Produkte verzichten, wenn man in einem gefährdeten Gebiet unterwegs ist. Um den Essensgeruch zu vermeiden, sollte man daher auch kein Essen bei sich haben, und die Kleidung sauber halten. Die stark riechenden Dinge, die man bei sich hat, kann man entweder in einen vor Tieren sicheren Container stecken – diese gibt es in den USA auch manchmal festinstalliert auf Campingplätzen – oder mit einem Seil zwischen zwei Bäume hängen. Diese aufwendige Prozedur ist aber dringend nötig, denn es geht nicht nur um den Selbstschutz vor Bären: man verhindert damit auch, dass Bären und wilde Tiere im Allgemeinen sich an unsere Nahrung gewöhnen.
  • Kein Essen:
    Das Essen sollte, wie im letzten Punkt bereits angesprochen, adäquat aufbewahrt werden. Doch man sollte auch vermeiden, im Zelt oder am Zeltplatz zu essen, da Krümel für viele Tiere stark genug riechen, um angelockt zu werden. In der Praxis habe ich daher eine klare Prozedur, was das Essen und Campen in gefährlichen Regionen betrifft. Diese hat sich auch auf meiner jetzigen Alaska-Tour sehr bewährt.

    • Eine Rast am ersten Punkt, dort wird gegessen und Zähne geputzt. Sind die Kleider dreckig, werden sie daraufhin gewechselt. Alle riechenden Objekte kommen in eine Tüte oder einen Bären-Container
    • Fahrt von 1-2 km
    • Der Container wird platziert. Wenn ich nur eine Tüte habe, hänge ich sie mit einer Schnur zwischen zwei Bäumen oder an einem Baum auf.
    • Fahrt von min.500 m
    • Zeltplatz finden und einrichten.

    Dieses Procedere ist zwar ziemlich aufwendig, man gewöhnt sich jedoch relativ schnell daran. In gefährlicheren Gebieten sollte man diese Schritte aber unbedingt beachten denn zu groß ist das Risiko, von Wildtieren angefallen zu werden. Und es geht eben nicht nur um den Selbstschutz: Auch die Konditionierung der Tiere ist eine wichtige Auswirkung, die wir als Besucher der Natur haben.

  • Kein Anpirschen:
    Wildtiere haben ein anderes Verständnis der Natur und der Reviere. Tiere mit Jungtieren reagieren daher oft extrem aggressiv, wenn man ihnen zu nahe kommt oder in ihr Revier eindringt. Da man selbst nie weiss, welche Tiere im jeweiligen Gebiet aktiv sind, sollte man sicherstellen, dass die Tiere einen hören. Wildtiere sind von Natur aus scheu: alle vermeiden Menschenkontakt. Daher sollte man in unübersichtlichem Terrain Geräusche von sich geben, auch wenn das bedeutet, dass man vielleicht nie ein Tier zu Gesicht bekommt. Die für Bären bekannte Bärenglocke ist jedoch keine Empfehlung, da die Bären diese kennen; Bärenglocken bedeuten für sie „da gibt es etwas zu essen“. Leises hören von Musik oder Unterhaltungen sind daher vielleicht sinnvoller.

Fazit zur Tierwelt beim Bikecamping:

Auch wenn das Thema Wildtiere auf den ersten Blick abschreckend wirkt: Wenn man sich an wenige, logische Grundregeln hält, ist man auf der sicheren Seite. Das schützt nicht nur einen selbst, sondern ermöglicht auch, dass andere in Zukunft noch ihre Freude an Natur und dem Wildtierbestand haben.

Der See - Zelten - Bikepacking Radreise

Foto: Leonard Schlüren

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