Interview mit Sven von Sven Globetrotter

Interview mit Sven von Sven Globetrotter
Sven berichtet auf seiner Seite sven-globetrotter.com von seinen Abenteuern mit dem Rad. Im April steht der Start seiner großen Weltreise an. All das macht er trotz oder gerade weil er schon den einen oder anderen Schicksalsschlag erlebt hat und auch andere unterstützten möchte. Wir finden das super und haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Radreise nach Rom - Interview mit Sven Marx
fahrrad.de:
Was war auf deinen Reisen bisher dein schönstes Erlebnis?
Sven:
Wenn ich ehrlich bin gibt es das nicht. Es gibt beim Reisen so viele tolle Dinge, dass ich mich nicht festlegen könnte. Da sind Sachen dabei wie, dass ich im Bernsteinzimmer in Russland war, etwas was ich mein Leben lang schon in den Medien verfolgt habe. Ich war auf den Spuren von Marilyn Monroe in Hollywood, ich habe früher ihre Filme geliebt. Ich stand am Grand Canyon mit meinem Fahrrad, fünf Jahre nachdem mich die Ärzte als Pflegefall abgeschrieben haben. Ich habe dem Papst in Rom die Hand gereicht und mein Fahrrad stand neben dem Petersdom, da stand bestimmt noch nie ein Fahrrad. Es ging mit dem Rad über die Alpen und durch endlose Wälder Russlands zum Nordkap. Alles für sich Highlights und doch könnte ich mich nicht für ein schönstes Erlebnis entscheiden.
Müsste ich mich festlegen, dann würde ich bestimmt sagen, dass das schönste ist jeden Tag die Augen auf zu machen.

fahrrad.de:
Im April soll es auf die große Weltreise mit dem Rad gehen, wie bereitest du dich darauf vor?
Sven:
Diese Frage kommt sehr oft, die Antwort ist immer die gleiche. Es gibt eigentlich keine Vorbereitungen. Die Richtung steht fest, die zu besuchenden Länder auch, wobei ich bei genügend Zeit, noch hier und da einen Abstecher machen will.
Für die Kondition mache ich nichts, ich fahre im Alltag immer Rad und fit wirst du, nach ein paar Tagen 12-14 Stunden Radfahren am Tag, von selbst. Die Topographie der Strecke schaue ich mir nie an, was nutzt es, wenn ich weiß, dass ich ein paar tausend Höhenmeter mache, ich muss so und so da lang.
Was ich mache, ist mich mit der Pflanzen und Tierwelt zu beschäftigen, da kann es schnell mal eine Überraschung geben. Ja, und natürlich kümmere ich mich um Visa die ich brauche.

fahrrad.de:Radreise nach Istanbul - Sven Marx
Wie bist du auf die Idee mit der Weltreise gekommen?
Sven:
Ich hatte 2009 eine Operation am Hirnstamm, man konnte nur die Hälfte eines Tumors entfernen und es gab Komplikationen, am Ende lag ich drei Monate auf der Intensivstation, von Maschinen am Leben gehalten. Als ich mich dann langsam wieder in ein normales Leben, ohne Maschinen mit Muskelaufbau auf dem Fahrrad und beim Schwimmen, zurück gekämpft hatte, da bekam ich 2011 die Diagnose >>Schwarzer Hautkrebs<< eine weitere OP. Ich war damals schon in einigen Ländern auf dem Rad unterwegs und dachte >>Warum ich?<< Ich schwor mir wenn ich 50 werde dann fahre ich mit dem Fahrrad einmal um die Welt.

fahrrad.de:
Gibt es schon einen Plan was nach der Weltreise kommen soll?
Sven:
Für 2019 habe ich noch nichts mit dem Fahrrad geplant, vielleicht will ich es ja gar nicht mehr sehen. Es wird bestimmt einige Vorträge geben, diese sind sehr beliebt und ich gebe einen großen Teil der Einnahmen für soziale Projekte weiter. Und ich werde mich an mein zweites Buch setzen, eins über die größte Reise meines Lebens, achtzehn Monate auf dem Fahrrad.
2020 will ich auf jeden Fall nach Tokio zu den Paralympics radeln, da war ich ja schon 2016 mit der Inklusionsfackel vom „Netzwerk Inklusion Deutschland“. Karl Grand der Stammfahrer von „Inklusion braucht Aktion“ und ich sind in einem Staffellauf auf dem Fahrrad über 12.000 km von der sibirischen Grenze über das Nordkap nach Lissabon geradelt. Wiedergetroffen haben wir uns dann, nach einem kleinen Flug über den großen Teich, in Rio zu den Spielen.

fahrrad.de:
Was ist für dich die Besonderheit am Radfahren?
Sven:
Ich kann wieder Reisen, ich bin schwerbehindert und darf keine motorisierten Fahrzeuge mehr steuern. Motorräder waren meine große Leidenschaft, früher bin ich mit ihnen gereist.
Ein Fahrrad ist wie ein Motorrad, man kommt überall durch, einfach ideal zum Reisen.
Der große Vorteil vom Fahrrad ist aber, dass du nicht von irgendwelchen Tankstellen abhängig bist und du reist viel langsamer. Herrlich, nichts am Wegesrand fliegt einfach nur so an einem vorbei.

fahrrad.de:
Welche anderen Dinge neben dem Zweirad sind dir noch sehr wichtig?
Sven:
Freiheit und Reisen. Machen können was man möchte. Der liebe Gott ist vielleicht ein toller Typ aber ich fühle mich am wohlsten, wenn ich ihn mal einen guten Mann sein lassen kann.
Wobei das immer nicht lange anhält, ich bin immer auf der Suche nach Abenteuer und wenn es irgendwie geht versuche ich das so zu verbinden, dass es auch für andere noch einen Nutzen hat. Darum unterstütze ich so viele tolle Projekte. Ich mache das was ich mache ja so und so, warum soll ich dabei nicht helfen?

fahrrad.de:
Über welche Dinge freust du dich allgemein am meisten?
Sven:
Wenn alles so läuft wie ich es mir gedacht habe, ein erhebendes Gefühl wenn alles schon einmal in deinem Kopf durchgespielt wurde und dann in der Realität klappt.
Wie so oft im Leben geht aber nicht alles glatt, dann freue ich mich, wenn ich gleich einen Plan B habe.

fahrrad.de:
Welche Dinge ärgern dich allgemein am meisten?
Sven:
Ignoranz und Stumpfsinn. Wenn Menschen nur an sich denken, die Gemeinschaft ist das höchste Gut, das wir haben.
Zu oft im Leben setzen wir Menschen die Ellenbogen ein, es werden Leben riskiert wegen ein paar Sekunden die man im Straßenverkehr durch gefährliche Manöver gut machen kann. Man sollte mal versuchen sich so oft wie möglich in die Lage des schwächeren Verkehrsteilnehmers zu versetzen.

fahrrad.de:
Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Sven:
Noch viele Jahre zu leben und immer Reisen zu können ja und dabei auch noch anderen helfen zu können. Naja, das sind ja eigentlich schon drei Dinge. Mir reicht wenn ich noch lange Lebe, den Rest kann ich ja selbst in die Hand nehmen….

Vielen Dank für das Interview Sven. Wer Svens Weltreise verfolgen und die Projekte unterstützen möchte, findet weitere Informationen auf seiner Seite sven-globetrotter.com.


Über Sven Globetrotter

Auf seiner Seite sven-globetrotter.com berichtet Sven über sich, seine Rückschläge im Leben und wie er sich wieder zurück ins Leben gekämpft hat. Im April 2017 will er auf seine Weltreise starten und mit seiner Seite will er anderen Leuten, die vielleicht ebenfalls Rückschläge erlitten haben, neuen Mut geben. In seinem Blog, mit dem er bei der Blog-Wahl den 1. Platz unter den Radreise-Blogs belegte, berichtet er über unterschiedliche Touren, die er mit dem Rad bewältigt hat.

Über die Wahl der Top-Blogs

Als fahrrad.de haben wir 2015 das erste Mal die Wahl der beliebtesten Fahrrad-Blogs durchgeführt. Nachdem wir viel positives Feedback zu der Aktion erhalten haben, fand 2016 zum 2. Mal die Wahl statt. Noch sind wir dabei das Format stetig zu optimieren. So gab es 2016 zum Beispiel das erste Mal unterschiedliche Kategorien. Insgesamt haben im letzten Jahr über 200 Blogs teilgenommen und über 9.500 User haben ihren persönlichen Favoriten gewählt. Auch in 2017 soll es wieder eine Wahl der beliebtesten Fahrrad-Blogs geben. Wen das Ergebnis aus dem letzten Jahr interessiert, oder noch auf der Suche nach guten Fahrrad-Blogs ist, sollte sich die Seite mal ansehen: Top Fahrrad Blogs 2016

Über fahrrad.de

Als Spezialist für Fahrräder und Fahrrad-Zubehör bieten wir ein riesiges Sortiment an Markenprodukten. In unserem Onlineshop findet sich alles, was das Radsportler-Herz höher schlagen lässt. Egal zu welcher Uhrzeit, kannst du bei uns deine passenden Teile, Räder und Trikots bestellen. Du braust neue Schläuche oder Reifen? Kein Problem, egal ob Schwalbe, Maxxis oder eine andere Marke, bei uns wirst du fündig. Gewappnet für jedes Wetter bist du mit der passenden Kleidung von Vaude. Du hast Fragen zu einem Produkt oder bist dir unsicher bei der Wahl? Unser Service-Team steht dir gerne beratend zur Seite.