Der richtige Zeltplatz bei einer Bikepacking-Tour - fahrrad.de
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Bikepacking – Camping: Zeltplatz finden

Bikepacking – Camping: Zeltplatz finden

Leo berichtet von seiner Radreise:

Nach meinem Aufbruch aus Anchorage vor wenigen Tagen bin ich nun schon am Rande der Zivilisation, die Häuser am Straßenrand werden seltener und die Abstände zwischen den Ortschaften größer. Ein gemütliches Bett ist hier draußen nicht so leicht zu finden, und deshalb nehme ich in meinem Ein-Mann- Zelt platz. Da es beim Aufstellen des Zelts jedoch einiges zu beachten gibt, möchte ich in diesem ersten Artikel einige Tipps zum Finden des richtigen Zeltplatzes geben.

Grundsätzliches:

Beim Suchen eines Zeltplatzes gibt es einige grundsätzliche Dinge, die beachtet werden müssen.

  • Die rechtliche Lage: je nach Land und Region gibt es unterschiedliche Gesetze und Vorschriften, an die man sich halten muss.
  • Müll: der Platz sollte so verlassen werden, wie er aufgefunden wurde. Müll sollte auf jeden Fall wieder mitgenommen werden.
  • Feuer: grundsätzlich sollte man nur auf vorbereiteten Feuerplätzen Feuer machen, da sonst das Risiko besteht, einen Waldbrand o. Ä. zu verursachen.
  • Die Lautstärke: man kommt in die Natur, um Stille und Naturgeräusche zu erfahren. Daher bitte keine laute Musik am Zeltplatz, die Andere stören könnte.

 

Das Wetter:

Das Wetter entscheidet über Art und Beschaffenheit des Idealen Zeltplatzes. Wenn ihr bei guten Wetter unterwegs seid, und lediglich einen leichten Regen zur Nacht vermutet, so könnt ihr Zelt oder Tarp relativ leicht aufstellen, und müsst nicht ganz soviel Aufwand in die Befestigung der Anker und Heringe stecken. Wenn schlechtes Wetter zu vermuten ist, oder das Wetter allgemein unberechenbar erscheint, sollte man allerdings mit viel Sorgfalt ans Werk gehen, zumindest, wenn man nicht mitten in der Nacht im Regen stehen will. Als Zeltplatz sucht man nach einer Stelle mit trockenem, festen Untergrund, die möglichst windgeschützt ist. Das Platzieren im Wald unter Bäumen kann zwar geschickt sein, dort sollte man die Bäume aber genau betrachten. Kranke Bäume könnten im Sturm kippen, oder einzelne Äste verlieren, die dann auf einen herunterkrachen. Im Winter sollte lawinengefährdete Hänge meiden, im Sommer gibt es Flutungsgebiete, die nach Regen komplett überschwemmt werden.
Ist es sommerliches Wetter, sollte man sich nicht an stehenden Gewässern aufhalten, da hier jede Menge Insekten unterwegs sind.

Die Zeit:

Jeder, der schon einmal ein Zelt in völliger Dunkelheit aufgestellt hat weiß, dass das kein Vergnügen ist. Wenn man mit dem Zelt gut in Übung ist, bekommt man es vielleicht trotzdem gut aufgestellt, doch das wirkliche Überprüfen des Untergrunds und der Umgebung fallen flach- und das kann im Zweifelsfall gefährlich werden. Ich suche daher spätestens zwei Stunden vor
Sonnenuntergang nach einem Zeltplatz, damit alles stressfrei von Statten gehen kann. Das ist hier in Alaska im Sommer kein Problem, da die Nacht nur wenige Stunden lang ist.

Der Untergrund:

Wichtig ist ein trockener, fester Untergrund, der möglichst windgeschützt ist. Was in der Theorie einleuchtend klingt, kann in der Praxis oft schwer zu finden sein, denn oft ist der Boden nach einem Regen eben weich, und auf einer Freifläche ist weit und breit kein Schutz vor Wind zu finden. Das ist zwar nicht optimal, doch auch bei widrigen Bedingungen könnt ihr euer Zelt aufstellen.
Wichtig ist nur, dass ihr vor wirklichen Gefahren geschützt seid, wie dem Herabfallen von einem Abhang oder dem Auskühlen durch Nässe. Ich habe daher zusätzlich zu meinem Zelt noch eine dünne Folie als Zeltunterlage; so kann ich auch auf feuchtem Untergrund schlafen. Natürlich kühlt einen dieser auch schneller aus, also ist auf eine gute Isomatte zu achten.

Das Zelt aufstellen:

Nachdem man sichergestellt hat, dass der Untergrund den Anforderungen entspricht, kann man sich an das Aufstellen des Zelts machen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Heringe fest im Boden verankert werden. Hat das Zelt nur wenige Ösen, oder ist der Untergrund an manchen Stellen zu hart, um Heringe in den Boden zu treiben, so empfiehlt es sich, mit Schnüren zu arbeiten. Die geben einem die Möglichkeit, flexibler mit der Platzierung der Heringen umzugehen. Hat man keinen windgeschützten Ort finden können, so sollte der Eingang nicht auf der Seite sein, von der der Wind kommt.

Das Zelt abbauen:

Nach einer mehr oder weniger entspannten Nacht geht es dann am nächsten Morgen ans Abbauen des Zelts. Dafür sollte man es öffnen und erst einmal gut auslüften lassen. Denn egal ob es geregnet hat oder nicht – feucht ist das Zelt immer, denn auch während des Schlafs verliert man jede Menge Flüssigkeit. Bei einem zweiteiligen Zelt wie ich es habe (aufgeteilt in Innen- und Außenzelt) empfiehlt es sich, das Außenzelt abzunehmen, und separat zu trocknen. Außenseite auf eine weitere Außenseite falten, damit die Innenseite weiterhin trocken bleibt.
Das Zelt sollte nach dem Abbau möglichst in einen atmungsaktiven Beutel: Eine Gore-Tex-Membran oder ein Netz, damit die Restfeuchtigkeit auch noch entweichen kann.

Das Fazit zum Thema Camping bei Radreisen:

Auch wenn Camping auf den ersten Eindruck simpel erscheint, gibt es doch einiges zu beachten, möchte man keine bösen Überraschungen erleben. Im nächsten Teil meiner Serie geht es daher um die Tierwelt: Neben Zecken, Mücken und Ameisen wird es auch um Bären, Wölfe und Füchse gehen.