Bikepacking - Fahrrad.de
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Die Route richtig planen -

Bikepacking

Es kommt nicht oft vor, dass man die Möglichkeit bekommt, 4 Monate lang das zu tun, was einem am meisten Spaß macht. Aber wenn man die Chance bekommt, sollte man nicht zögern, sondern zugreifen – wer weiß, wie lange man noch die Gelegenheit hat. So geht es mir mit der Tour von Alaska nach New York. Es ist eine Tour, von der ich schon lange geträumt habe: Die unberührte Natur Alaskas und Kanadas, die großen, unbewohnten Gebiete und die dort erlebbare Einsamkeit, im Gegensatz zum aufregenden Trubel in den Großstädten wie Toronto oder New York City. Eine körperlich fordernde Tour, die noch nicht viele andere Radler gemacht haben.
Dabei ist die Route, die ich gewählt habe, nicht unbedingt auf Platz eins der Toprouten, die man für maximalen Fahrspaß wählen kann – der Großteil der Strecke wird eine Bundesstraße sein. Für mich ist es allerdings die ideale Tour, da man teilweise einfach im Nirgendwo ist, was mich sehr reizt und fasziniert. Welche Reise man mit dem Rad antritt ist natürlich ganz persönliche Geschmacks- und Interessenfrage.

Woher man weiß, wie die Route aussieht, erfahrt ihr in den folgenden Tipps:

Die Routenplanung

Ich benutze verschiedene Tools, um meine Reiserouten zu planen und um mich während der Tour zu orientieren. Hier die verschiedenen Methoden, die ich nutze und genutzt habe im Vergleich:

Klassisches Planen mit Landkarten:

Landkarte - Bikepacking - RoutenplanungPrinzipiell gibt es jede Menge gutes Kartenmaterial da draußen- die Touren, die dort gezeigt werden, sind erprobt, und daher gibt es eine gewisse „Erfolgsgarantie“. Die beschriebenen Strecken sind tatsächlich vorhanden! Zudem besitzen klassische Karten oft detailliertere, akkuratere Informationen, was die Wege betrifft, als ihre online-Konkurrenz. Es gibt sogar Karten, die die Verkehrsbelastung veranschaulichen, und damit eine andere Perspektive auf die Routenwahl ermöglichen.
Das alte Problem, dass Karten nicht wetterfest sind, stimmt auch nicht mehr: dank Tyvek & co gibt es wasser- und reißfeste Exemplare vieler Hersteller.
Und wenn ich ehrlich bin, spielt auch die Nostalgie eine Rolle für mich – eine Karte aufzuschlagen, sich darüber zu setzen, und sich eine Route auszusuchen, macht einfach jede Menge Spaß.
Aber die Navigation per Karte ist in vielen Fällen nicht optimal, es gibt einige Nachteile. Zum ersten weiß man oft nicht sicher, wo man auf der Karte gerade ist. Kaum fährt man eine Stunde, ohne auf die Karte zu schauen, schon ist man sich nicht mehr ganz sicher, an welcher Kreuzung man gerade eigentlich steht. Das ist sicherlich Übungssache und auch nicht immer der Fall – man muss nur einfach aufmerksam sein, und auf Karte und Weg achten. Bei kurzen Touren ist dies kein Problem, aber bei tagelangen Touren strengt es an.
Außerdem haben klassische Karten nur eine begrenzte Abdeckung. Um meine Tour von Alaska nach New York so zu bewerkstelligen, müsste ich kiloweise Kartenmaterial mitschleppen – oder hätte Karten, denen viele Details fehlen.
Und zu guter letzt: Navigieren mit Karte (und Kompass) ist Übungssache, und am Anfang unterlaufen einem viele Fehler. Dafür wird man mit einem Glücksgefühl belohnt, wenn die Navigation erfolgreich war – man hat trotz der Schwierigkeiten den Weg gefunden.

Vorteile:

  • Detaillierte Weginformationen
  • Meist sehr gut gepflegtes Kartenmaterial
  • „Ausfallsicher“, da ohne Batterie

Nachteile:

  • Kein (GPS-)Standort ersichtlich
  • Erfordert Übung
  • Begrenzte Abdeckung / Gewicht
  • Aufwändig

Das Fazit zur Navigation mit Papierkarten:

Auch im Internetzeitalter stellt die klassische Navigation mit Karten noch eine brauchbare Option dar – allerdings nur, wenn man die Herausforderung sucht und lernbereit ist. Einfach geht definitiv anders – aber wer will schon eine „einfache“ Tour?


Smartphone mit App

Bikepacking Routing mit App und SmartphoneUm das gleich am Anfang klar zu stellen: Es stehen unglaublich viele verschiedene Karten- und Navigationsapps zur Verfügung, und ich habe sie nicht alle ausprobiert. Es geht mir hier viel mehr um das Smartphone im Allgemeinen. Im Gegensatz zur klassischen Karte passt hier quasi unbegrenztes Kartenmaterial auf ein modernes Smartphone. Die Qualität des Kartenmaterials schwankt hier jedoch stark. Ich habe ein paar Mal Google Maps benutzt – das funktioniert gut, bis man plötzlich eine Hauptverkehrsstraße nehmen soll oder quer über einen Acker geschickt wird. Maps.me, ebenfalls eine kostenlose Variante, ist, was Radtourenplanung anbetrifft, leider ähnlich unbeholfen unterwegs. Ich setze mittlerweile auf die kostenpflichtige App Komoot – nicht weil es die beste App für den Job ist, sondern weil ich bis jetzt noch nichts Besseres gefunden habe. Das weltweite Kartenmaterial kostet 20€ – für eine App nicht wenig, aber ein Preis, der bei klassischem Kartenmaterial schnell für eine Stadt drauf geht.

Die Vorteile der Smartphonenavigation liegen auf der Hand: Ich sehe meinen Standort, und selbst wenn ich mich verfahre, findet die App noch einen Weg. Ich bekomme präzise Angaben was Strecke und Höhenmeter anbetrifft, und sogar die geschätzte Fahrzeit kommt oft einigermaßen gut hin. Das Ganze ist außerdem platzsparend, denn mein Smartphone habe ich ohnehin fast immer dabei.
Doch natürlich gibt es auch Nachteile. Der Akku des Smartphones macht, bei angeschaltetem GPS und Display, einfach sehr schnell schlapp. Das kann auf Mehrtagestouren ein echtes K.O. – Kriterium sein, denn schließlich möchte niemand ein riesiges Battery-Pack mit schleppen- denn dann wäre der Gewichtsvorteil des Handys ganz schnell dahin. Viele Kartenapps sind außerdem nicht wirklich zuverlässig. Komoot habe ich noch nicht lange, und ich denke, die Frage ist nicht ob, sondern wann es mich auf die Autobahn schickt, obwohl es auch einen Radweg gäbe. Mein Smartphone ist außerdem leider nicht wasserfest, und in einer wasserfesten Hülle lässt es sich nur schlecht bedienen.

Vorteile:

  • Geringes Gewicht
  • „unendliches“ Kartenmaterial
  • GPS /Standort
  • live-Navigation
  • die schnellste Route
  • genaue Km / -Höhenmeterangaben

Nachteile:

  • häufig nicht wetterfest
  • Akkulaufzeit begrenzt
  • Kartenmaterial oft nicht so gut gepflegt

Das Fazit zur Navigation mit Smartphone Apps:

In vielen Fällen der einfachste Schritt: mit kostenloser App und dem ohnehin vorhandenen Smartphone durchstarten. Das macht Spaß und führt einen manchmal über Wege, die man selbst nie gewählt hätte. Leider sind diese nicht immer so schön, und wenn dann im Ernstfall der Regen kommt oder die Batterie schlapp macht, steht man ohne irgendetwas da – und die Herausforderung beginnt…

Die passende Halterung für das Smartphone gibt es bei fahrrad.de: www.fahrrad.d/smartphone-zubehoer.html


Navigationsgerät

Garmin Navigation - Radreise - Routing - TippsDer Marktführer Garmin hat eine ganze Reihe an Geräten auf dem Markt und ich habe nur eines getestet. Ein paar Dinge sind mir gleich positiv ins Auge gefallen. Die Geräte sind robust aufgebaut, wetterfest und haben eine deutlich längere Akkulaufzeit als mein Smartphone. Wenn man dann unterwegs ist, stimmt das Kartenmaterial, es wirkt genauso gut gepflegt wie das renommierter Kartenhersteller. Hier bin ich noch nie auf einem Acker gelandet. Das Platzproblem gibt es auch hier nicht, jede Menge Kartenmaterial passt auf das kleine Gerät.
Doch das Ganze hat natürlich auch einen Preis: Einsteigermodelle kosten um die 150€, und wenn man Highend Technik will, wird man gerne auch 500€ los. Dafür hat man dann ein Gerät, das intuitiv zu bedienen ist, optisch aber teilweise einen etwas veralteten Eindruck macht. Und trotz der sehr hohen Akkulaufzeit – ist der mal leer, steht man ohne etwas da und muss selbst nach Hause finden, daher muss man hier auf die Akkulaufzeit achten. Das Problem hat man natürlich bei allen elektrischen Geräten.

Vorteile:

  • „unendliches“ Kartenmaterial
  • GPS /Standort
  • live-Navigation
  • die schnellste Route
  • genaue Km / -Höhenmeterangaben
  • höhere Akkulaufzeit als mit dem Smartphone
  • wetterfest

Nachteile:

  • Akkulaufzeit begrenzt
  • optisch leider nicht ansprechend
  • hoher Preis

Das Fazit zu Navigationsgeräten:

Definitiv eine Option für fortgeschrittene Radler. Zuverlässige Technik, die einem eine schnelle und vernünftige Route abbildet und je nach Gerät die zurückgelegte Route aufzeichnet sowie die Angabe von gefahrenen Höhen- und Kilometern anzeigt.

Hochwertige Navigationsgeräte von Garmin gibt es auch auf fahrrad.de: fahrrad.de/garmin


Das Gesamtfazit:

Insgesamt gibt es keinen klaren Gewinner, denn jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Ich selbst werde auf meiner Tour auf ein Smartphone mit Komoot setzen und zusätzlich (zur Sicherheit) noch eine klassische Karte mitnehmen, denn man weiß ja nie was passiert. Jetzt gilt es: Für euch gilt – ab aufs Rad und die verschiedenen Optionen selbst ausprobieren!

Die Vorbereitung auf andere Länder

Das Beispielland Ungarn war mit dem Fahrrad wirklich ein Abenteuer. Ich fahre gerne auf Radwegen. Damals in Ungarn hatte ich weder Karten noch ein Navigationsgerät und fragte einfach Bewohner, wie ich in die nächste große Stadt kommen würde. Oft wurden mir Radwege empfohlen – und das ist natürlich eine bessere Option als ständig nur Landstraße zu fahren – zumindest dachte ich das – bis der erste Radweg mitten im Nirgendwo endete, keine Fortsetzung nur Acker. Und so musste ich mein Rad 300 Meter weit schieben, bis ich auf einer Landstraße war. Dies geschah immer wieder und als ich in Szeged war, um von dort aus nach Rumänien über die Grenze zu fahren, machte ich erneut den Fehler und fragte in meinem Hostel einfach nach. Die Frau an der Rezeption hatte selbst keine Ahnung und rief kurzerhand bei der Polizei des Ortes an um nachzufragen. Gar kein Problem meinten die, es gäbe sogar einen Fahrradweg. Motiviert fuhr ich also los, musste aber bereits nach kurzer Fahrzeit feststellen, dass der Weg nach wenigen Kilometern auf eine Straße führte, auf der ein großes Warnschild mit der Nachricht: “Fahrräder verboten“ stand. Das Fazit, in Ungarn sind Radwege meistens nicht durchgängig von einem Ort zum nächsten asphaltiert. Hätte man das früher gewusst, hätte man andere Wege vielleicht bevorzugt.

Fazit: Ganz ohne Informationen will niemand los – das wäre, je nach Situation, dumm oder sogar gefährlich. Ich versuche hier, euch einen Überblick im Internet-Wirrwar zu verschaffen, so dass ihr die Informationen bekommt, die ihr auch braucht.

Visabestimmungen / Sicherheitshinweise / Impfungen

Ich bin dem Auswärtigen Amt wirklich sehr dankbar für die Funktion, einfach Länder auf ihrer Seite suchen zu können und Informationen zu erhalten. Die Infos sind wirklich gut strukturiert, inhaltlich Top und immer auf dem neuesten Stand.

Das zu bereisende Land kann einfach unter http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laender_Uebersicht_node.html?letter=A gefunden werden.
Egal ob mit dem Fahrrad, Rucksack oder bei Pauschalreisen: ein Blick auf die Länderinformationen, speziell auf die Reise-und Sicherheitshinweise, lohnt sich und man weiß, worauf man sich da einlässt. Falls die Gebiete, die man bereisen möchte, als gefährlich oder problematisch bekannt sind, sollte man sich außerdem in die Kriesenvorsorgeliste eintragen lassen – so weiß die deutsche Botschaft im jeweiligen Land, dass man dort unterwegs ist.

Wenn alle Stricke reißen

Wenn am Ende doch mal alles schief läuft und man sich alleine – und möglicherweise verletzt – mitten im Nirgendwo wiederfindet, ist FindMeSpot eine wirklich große Hilfe, denn man kann damit durch einen Knopfdruck Hilfe rufen. Das Gerät ist nicht billig und ein Jahresabo in Höhe von 140€ muss abgeschlossen werden. Was sich nach viel Geld anhört, wenn man eig. nur kurz unterwegs ist aber man hat einige wichtige, nützliche und ggf. Lebensrettende Möglichkeiten mit dem Gerät. Man kann per GPS den Standort teilen, den zurückgelegten Weg tracken, und im Notfall Hilfe rufen. Das Ganze funktioniert per GPS/Satellit, es wird also keine Handynetzabdeckung benötigt. Empfang hat man fast weltweit, lediglich Indien und die umliegende Region sind nicht abgedeckt.

Das waren die Tipps zur Routenplanung. Ich hoffe, die Erfahrungen helfen euch weiter und ihr habt schon jetzt Lust auf eure nächste Tour.