Avinox M2S & M2 – Vorstellung und Fahrbericht des neuen Avniox Motors

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Manchmal verbreiten sich Neuigkeiten wie ein Lauffeuer. Als Avinox (bisher „DJI Avinox“) Anfang April 2026 seine beiden neuen E-Bike Motoren M2S & M2 vorgestellt hat überschlugen sich die Meldungen, Berichte und Produktlaunches vieler E-Bike Hersteller.

Die technischen Daten des neuen Avinox Antriebssystems sind beeindruckend:

  • bis zu 130Nm Dauerdrehmoment
  • bis zu 150Nm im Boost Modus (bis zu 60 Sekunden)
  • 1500W Spitzenleistung
  • Akku mit 220Wh/kg Energiedichte bei 700Wh,
  • Schnellladefunktion (1 Stunde 16 Minuten von 0-80% beim 700Wh Akku mit 508W Ladegerät)

Aber das Avinox Antriebssystem besticht mit vielen weiteren spannenden Features, die über pure Zahlen hinausgehen.

Alle Daten und Features stellen wir in diesem Artikel vor. Zudem betrachten wir die Änderungen zum bisherigen DJI Avinox M1 und beleuchten, wer mit dem neuen (DJI) Avinox Antrieb ganz bestimmt glücklich wird.

Darüber hinaus stellen wir alle Modelle in unserem Sortiment vor, welche mit dem neuen Avinox Antrieb ausgestattet sind und testen den neuen DJI Motor im Raymon Tarok für euch.

 

Motoren

Avinox M2S

Der Avinox M2S ist der leistungsstärkere der beiden neuen Avinox Motoren und ist aktuell einer der kraftvollsten Motoren auf dem Markt.

Neben den 130Nm maximalem Drehmoment in den normalen Untersützungsmodi erreicht der Motor bis zu 150Nm im Boost Modus (bis zu 60 Sekunden). Die Spitzenleistung liegt bei bis zu 1500W (nur in Verbindung mit dem leistungsstarken 700er Akku, ansonsten bei 1300 W).

Mit einem Gewicht von 2,59 kg und kompakten Einbaumaßen von 173mm x 101mm x 103mm liegt er bei ähnlichen Abmessungen wie der Vorgänger der M1, welcher dieselben Anschraubpunkte besitzt.

Avinox/DJI gibt an, dass der Motor mit einem Schalldruckpegel von unter 45 dB arbeitet und somit seinen Dienst besonders leise verrichtet. Zum Vergleich: der Bosch Performance CX gilt mit etwas über 50 dB schon als einer der leisesten Motoren.

Auch das Thema Hitzemanagement soll gegenüber dem M1 verbessert worden sein, was entscheidend ist für eine langanhaltende Power. Dank neu entwickelter Kühlrippen sowie Sensoren und Flachdrahtwickelungen konnte die Wärmeableitung verbessert werden. Auf langen Aufstiegen mit hoher Unterstützungsstufe kann der Motor so seine Leistung langanhaltend abgeben ohne schwächer zu werden.

Avinox M2

Der „kleine“ Bruder des M2 kommt mit minimal niedrigeren Leistungsdaten bei ähnlichem Gewicht und ähnlichen Abmessungen. So liegt das maximale Drehmoment „nur“ bei 110Nm in den normalen Modi und 125Nm im Boost Modus. Als Spitzenleistung sind 1100W angegeben. Die Kühlung wurde im Vergleich zum M1 ebenfalls verbessert, erreicht aber laut Avinox nicht ganz das Niveau des M2s.

 

M2S und M2: Alle technischen Daten im Überblick

M2S M2
Gewicht 2,59 kg 2,65 kg
Abmessungen 173x101x103mm 173x101x103mm
Max. Drehmoment 130Nm normal, 150Nm Boost 110Nm normal, 125Nm Boost
Drehmomentdichte 57,9 Nm/kg 47,17 Nm/kg
Nennleistung 250W 250W
Spitzenleistung 1500W (mit 700er Akku) 1100W
Max. Unterstützungsverhältnis 800% 800%
Schutzart IP6 IP6


DJI Avinox M2S Detail Raymon Tarok

Akkus, Ladegeräte und Ladezeiten

Bei den Akkus gibt es mehrere spannende Neuerungen.

Allen voran steht der  700Wh Akku (Avinox FP700 ) mit einem Gewicht von nur 3,18kg und somit einer Energiedichte von 220 Wh/kg. Der Akku ist extrem schmal (558,5 x 59,1 x 56,1mm; l x b x h) und nur in der fest verbauten Version erhältlich . Dadurch sind sehr schmale und dezente Unterrohre möglich, die kaum mehr an ein E-Bike erinnern, so z.B. beim Raymon Tarok , bei dem der Avinox FP700 Akku verbaut ist.

Raymon Tarok mit Avinox M2S

In Verbindung mit dem Avinox Schnellladegerät 508 mit Ladestrom bis 12A kann der 700er Akku in ca. 1 Stunde, 16 Minuten von 0-80% geladen werden.

Wichtig: Wie bei anderen Herstellern auch bedeutet „fest verbaut“ nur, dass er nicht einfach vom Nutzer entnommen werden kann, um beispielsweise in der Wohnung aufgeladen zu werden. Bei einem Defekt oder Servicefall, kann der Akku von geschultem Personal in Fachwerkstätten entnommen oder getauscht werden.

Wie schon beim Vorgänger M1 gibt es 600er und 800er Akkus, in der etwas breiteren Bauform sowie die Möglichkeit, einen 600er Akku als Zweitakku als großen Range- Extender auf dem Unterrrohr zu befestigen.

Zudem gibt es erstmalig bei Avinox entnehmbare Akkus (600er & 800er), zum jetzigen Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest, welcher Hersteller diese in seinen Modellen verbauen wird.

Neben dem Avinox 508W Schnellladegerät mit 12A Ladestrom ist noch ein normales Ladegerät (Avinox 168W) erhältlich, das mit 4A Ladestrom arbeitet. Das ist der Ladestrom-Wert, den auch Standard-Charger von Bosch aufweist.

 

Display und Controller

Beim Display des Avinox M2S & M2 handelt es sich um ein im Oberrohr integriertes 2,0 Zoll OLED Touch Display . Laut Avinox lassen sich die staub- und wasserdichten Displays auch mit nassen Händen bedienen und bieten so bei allen Wetterbedingungen zuverlässige Bedienung.

Natürlich lässt sich das Display mit der Avinox App verbinden für weitreichende Einstellmöglichkeiten. Großartig ist die Möglichkeit, die Unterstützungsstufen direkt am Display und nicht nur über die App einzustellen. So kannst du direkt auf dem Trail und ohne dein Smartphone aus dem Rucksack zu nehmen Änderungen an den Fahrmodi vornehmen.

Neben tiefgreifenden Einstellmöglichkeiten des Displays und der angezeigten Daten kannst du mit dem Avinox Navigationssystem auch flexible Routenplanungen und On-Screen Navigation, die beispielsweise über Komoot geplant wurden, verwenden. Die Fahrdaten können aufgezeichnet und anschließend über Drittanbieter-Apps wie z.B. Strava geteilt werden.

Ein USB-C Anschluss kann dir zudem Strom für externe Geräte zur Verfügung stellen.

Je nach Fahrradmodell und Ausstattungsvariante sind ggf. unterschiedliche Modelle verbaut

  • DP100
  • DPC100

Alle Displays sind 2,0 OLED Touch Displays, der Unterschied liegt in der Konnektivität. Das DP100 hat neben GPS auch ein 4G LTE-Modul mit an Bord. Durch das Einsetzen einer Sim-Karte kannst du so bei einer ungewöhnlichen Bewegung des Rades eine Benachrichtigung auf dein Handy erhalten . Das DPC100 hat keine 4G Konnektivität, kann aber in Apples „Wo ist“ Umgebung eingebunden werden und bei Verlust so wieder gefunden werden.

Neben dem Touchscreen kannst du das Display auch durch  die drahtlosen, akkubetriebenen Controller steuern, um z.B. während der Fahrt durch die Unterstützungsstufen zu schalten. Wer  cleane Cockpits ohne zusätzliche Kabel oder komplizierte Kabelführungen mag,  wird sich über die Controller besonders freuen.

 

Fahrmodi & Anpassungen

Beide Motoren haben fünf Unterstützungsstufen:

Auto : Durch Sensoren wird die Unterstützungsstufe an die jeweilige Fahrsituation angepasst

Eco : Geringe Unterstützungsstufe, Fokus auf Effizienz und Reichweite

Trail : Speziell für Trails optimierte Unterstützung mit moderater Beschleunigung, bis 130 Nm

Turbo : Aggressive Beschleunigung mit maximaler Unterstützung für steile Anstiege, bis 130 Nm

Boost : Maximale Power und Beschleunigung für maximal 60 Sekunden, bis 150 Nm (nur bei 700Wh Akku)

 

Anpassungsmöglichkeiten

Natürlich erregt der Avinox M2S mit seinen unfassbar starken technischen Daten viel Aufsehen. Doch eines der spannendsten Features ist unserer Meinung nach die Möglichkeit, die Unterstützungsstufen und somit auch die maximale Leistung und Drehmoment direkt auf dem Display anzupassen. Wer also die hohen Leistungswerte und Drehmomente gar nicht benötigt kann das System dahingehend ohne App direkt am Rad drosseln . Der Vorteil liegt auf der Hand: „normale“ Leistung und Drehmomente in den unteren Unterstützungsstufen, damit einhergehend moderater Verschleiß am Antrieb und eine erhöhte Reichweite. Und für den Fall der Fälle kann der Boost Modus ja mit maximaler Leistung und Drehmoment versehen und genutzt werden. Wenn sich das Anforderungsprofil doch mal ändert, z.B. weil in einer anderen Gruppe gefahren wird, können die Werte natürlich wieder nach oben angepasst werden. Das macht den Avinox zu einem der vielseitigsten Systeme aktuell!

 

Weitere spannende Details und Features

Smooth Shifting (nur mit elektrischer SRAM AXS Schaltung)

Stell dir vor du kannst durch deine Gänge Schalten, ohne dass du pedalierst. Mit dem Avinox ist das möglich: Der Avinox Motor und deine SRAM AXS Schaltung „sprechen“ miteinander. Während du also nur rollst, ohne zu pedalieren erhält der Motor ein Signal von deiner SRAM-Schaltung und dreht das Kettenblatt für dich. So kannst du beispielsweise schon am Ende des Trails nach unten schalten für den darauffolgenden Anstieg, ohne pedalieren zu müssen. Das ermöglicht dir auch einen Gangwechsel im Stand.

Herzfrequenzmessung: Anpassung der Unterstützungsstufen anhand Herzfrequenz-Zielwert

Du kannst einen Herzfrequenzmesser mit dem Avinox-Antriebssystem verbinden. Stellst du einen Herzfrequenz-Zielwert ein passt das System die Unterstützungsstufe automatisch so an, dass du immer in deinem gewählten Herzfrequenz-Zielwert bleibst. So kannst du effektiv trainieren.

Geschwindigkeitssensor-Ring in Bremsscheibe integriert (nur Magura)

Ein kleines Detail das wir aber unbedingt erwähnen möchten. Anders als bei anderen Antrieben nutzt der Avinox nicht einen Magneten am Laufrad als Geschwindigkeitssensor, sondern einen Ring mit vielen Schlitzen. Bei Magura Bremsscheiben sind diese Schlitze direkt in die Bremsscheibe integriert und eine separate Scheibe oder eben der Magnet an Speiche oder Ventil wie bei anderen Antrieben entfällt.

Weitere Features

Wie bei vielen anderen Antriebssystemen auch kannst du auch beim Avinox System auf Schiebehilfe und Berganfahrhilfe zählen.

 

Unterschiede zum Avinox M1

Die offensichtlichsten Unterschiede zum „alten“ Avinox M1 sind das größere Drehmoment sowie die höhere maximale Leistung, die sowohl der M2S als auch der M2 gegenüber dem M1 aufweisen. Dafür wurden beide neuen Motoren nur unwesentlich schwerer (ca. 100g).

Im Zusammenspiel mit dem neuen FP700 Akku ergibt sich ein unfassbar starkes Verhältnis von Leistung und Kraft im Vergleich zum Gewicht. Dieses Verhältnis war in der ersten Avinox Generation schon beeindruckend aber mit M2s schließt sich die Kluft zwischen einem kraftvollen Full-Power E-MTB und einem leichten Light-E-MTB nahezu.

Die Kombination aus M2S Motor und FP700 Akku sorgen dafür, dass der neue Avinox Antrieb einer der vielseitigsten Antriebe auf dem Markt ist.

 

Für wen eignet sich der Avinox M2S und M2?

Wer sich den Avinox M2 & M2S anschauen sollte

Allrounder: Wer sich nicht festlegen möchte findet mit dem Avinox System vor allem mit M2S Motor und FP700 Akku ein System, welches nahezu alle Anforderungen abdeckt, für die bisher verschiedene Motoren notwendig waren: Leicht, kompakt, mit schlankem Unterrohr und dennoch kraftvoll, leistungs- und reichweitenstark. Durch die Einstellmöglichkeit der Unterstützungsstufen findet jeder seine bevorzugte Einstellung.

Full-Power-Fans: Ist die Kraft und Beschleunigung des Avinox notwendig? Nicht unbedingt. Macht der Motor mit seiner Beschleunigung unfassbar viel Spaß? Auf jeden Fall.  Wenn du dein bisheriges E-Bike ohnehin die ganze Zeit im Turbo-Modus gefahren bist und dir das noch nicht reicht, solltest du den M2S definitiv ausprobieren!

Reichweitenfokussierte Fahrer: Durch die starke Energiedichte, besonders beim 700er Akku und den effizienten Motor erreichst du mit dem M2S und M2 starke Reichweiten und -höhen. Insbesondere dann, wenn du das maximale Drehmoment des Motors in den Einstellungen etwas nach unten regelst und niedrige Unterstützungsstufen wählst. So kommst du in die Nähe eines Light-E-MTB-Gefühls.

Ästheten: Vor allem wenn der schmale 700 Wh Akku verbaut ist, sind besonders schlanke und schmale Unterrohre möglich die kaum mehr an E-Bikes erinnern.  Wenn dir ein schlankes und geradliniges Design und eine möglichst unauffällige Motor- und Akkuintegration wichtig ist , ohne dabei auf Reichweite verzichten zu müssen, wie es bei einem Light-E-Bike der Fall wäre, dann ist der M2S mit 700er Akku genau deins, z.B. im Raymon Tarok mit seinem eleganten und schlanken Rahmendesign.

Uphiller :  Wer seine Trail-Runden um echte Uphill-Erfahrungen erweitern möchte, sollte sich den Avinox M2S anschauen. Durch seine unfassbare Power eröffnet sich fast schon eine neue Dimension des Uphills . Wer knifflige Trial-Artige Uphills schätzt kann sich mit dem Avinox M2S an bisher unbezwingbare Uphill-Challenges wagen.

 

DJI Avinox im Raymon Tarok in aktion

Wer mit einem anderen Antriebssystem möglicherweise besser fährt

Wer im Bezug auf Verschleißteile sorglos unterwegs sein möchte, sollte sich ggf. Motoren anschauen, die mit weniger Kraft auf Kette und Kettenblätter wirken oder den Avinox Motor in den Einstellungen runterregeln. Durch die starke Kraft ist davon auszugehen, dass deine Kette und ggf. auch Kettenblätter und Kassette schneller verschleißen als mit kleineren und sanfteren Motoren.

Wenn du eine sanfte Unterstützung a la „Rückenwind“ bevorzugt oder näher am Bio-Bike Gefühl dran sein möchtest, dann wird der M2 / M2S möglicherweise zu kraftvoll und direkt sein.

Und falls du unbedingt einen entnehmbare Akku benötigst, z.B. aufgrund der Ladesituation zuhause, könnte ein anderer Antriebshersteller praktischer sein. Oder du wartest, bis die ersten Modelle mit entnehmbarem Avinox-Akku angekündigt werden.

 

Avinox M2S & Raymon Tarok Erfahrungsbericht

 

Inzwischen konnten wir das Raymon Tarok mit dem Avinox M2S Antrieb auf unseren Home-Trails rund um Stuttgart testen. Hierfür wurde uns von Raymon freundlicherweise ein Tarok in der Ultimate Version für einige Tage zur Verfügung gestellt!

Raymon Tarok – erster Eindruck, Handling & Ausstattung

Der erste Eindruck bestätigt, was bei der Vorstellung des Rads schon auffiel: Das Rad ist für ein Full-Power E-MTB unglaublich schlank und leicht. Es wirkt tatsächlich auf den ersten Blick wie ein Light- E-MTB bei dem man deutlich niedrigere Leistungswerte am Motor erwarten würde.

Raymon Tarok Testbericht

Die Verarbeitung des Carbon-Rahmens ist tadellos und hochwertig. Dies bestätigte sich auch während der Testfahrten: Es war kein Klappern zu vernehmen, weder vom Bike noch vom Motor oder Akku.

Das Tarok vermittelt von den ersten Metern auf dem Trail an Vertrauen. Es fährt sich wendig und agil aber ohne dabei nervös zu wirken. Das leichte Gewicht fällt dabei sofort auf. Vor allem in Verbindung mit dem kraftvollen Motor ermöglicht dies spaßige Momente über kleine Hips und Sprünge. Das Mullet Setup in Verbindung mit den 160/150mm Federweg war für die Trails vor unserer Haustüre ideal, für härtere Einsätze hätten wir noch Reserven im Federweg gehabt. Das Rad zeigt sich als toller Allrounder und All-Mountain mit Enduro-Tendenzen. Perfekt für alle die mit einem Rad möglichst viele Einsatzbereich zwischen Home-Trails und leichten Enduro-Laps abdecken möchten.

Ein paar kurze Eindrücke unserer Testrunden seht ihr unten im Video.


Zur Ausstattung in puncto Fahrwerk, Bremsen, Antrieb gibt es wenig zu sagen - und das ist durchaus positiv gemeint:  das Fox Factory Fahrwerk spricht sensibel an, bietet viel Grip und hält die notwendigen Reserven in der Endprogression bereit. Bremsen und Schaltung funktionierten bei unseren Tests tadellos. Sicherlich trägt das sehr hohe Ausstattungsniveau unseres Testbikes zum großartigen Fahrgefühl bei. Wir sind davon überzeugt, dass auch die günstigeren Ausstattungsvarianten sehr gut funktionieren. Wie immer sollte dabei die Ausstattungsvariante dem Fahrkönnen und dem ungefähren Einsatz entsprechend ausgewählt werden. Pro und Comp würden wir also eher Trail-Einsteigern empfehlen oder Fahrer*innen, die einen ausgewogenen Mix aus Waldwegen und leichten Trails bevorzugen. Ultra und Ultimate bringen richtig viel Performance mit in puncto Fahrwerk für schnelle, technische Trails.

Was uns beim Tarok begeistert: das Rahmen-Konzept ist bewusst simpel gehalten. Keine Flip-Chips, keine Verstellmöglichkeit der Steuersatzschalen etc. und somit keine Geometrie-Optionen im zweistelligen Bereich. Im Gegenteil: Einfach nur den Negativfederweg (Sag) des Fahrwerks einstellen, Reifendruck seinen Wünschen entsprechend anpassen und dann einfach direkt los. In Zeiten von immer komplexeren Geometriefeatures sorgt dieser Worry-Free Ansatz für den Fokus aus wesentliche: „Rausgehen und fahren“. Je nach Ausstattungsvariante lässt sich das Fahrwerk selbstverständlich feinjustieren, im Falle unseres Testrads in Ultimate Version mit High- und Low-Speed Compression an Gabel und Dämpfer. Sicher gibt es Fahrer*innen die in genau solchen technischen Feinheiten aufgehen und denen auch das Tüfteln hin zur perfekten Geometrie Spaß macht. Uns persönlich genügt das eine vorhandene Geo-Setup völlig und wir verbringen die gesparte Zeit gerne draußen auf den Trails. 

Raymon Tarok Erfahrungsbericht

 

Avinox M2S Fahreindrücke

Für unsere erste Reaktion auf die Power des Motors brauchten wir nur ein paar Meter auf dem Parkplatz. Die Power des M2S ist nochmal ein ganz neues Level. Im Turbo und vor allem Boost Modus unglaublich kräftig, im Trail-Modus immer noch sehr direkt. Im Eco-Modus sanfter aber immer noch sportlich. Und im Auto-Modus in fast jeder Situation genau richtig und daher unser bevorzugter Modus während des Tests, besonders zwischen den Trails.

Nach ein paar Runden auf dem Trail im Trail-Modus haben wir diesen nochmal etwas entschärft, da uns der Schub etwas zu stark war, besonders aus Kurven heraus. Dafür wird keine App benötigt, jeder Modus kann direkt über das Touch-Display angepasst werden. So kannst du dich mit jeder Runde deinem idealen Unterstützungsmodus nähern und immer feiner justieren.

Im Uphill wollten wir natürlich wissen: ist der Motor einfach nur kräftig oder bleibt er jederzeit fein dosierbar und lässt sich die Power auch kontrolliert übertragen? Dazu haben wir uns einen steilen Uphill mit grobem Schotter gesucht. Das Display hat uns hier eine Steigung von knackigen 29% angezeigt. Im Turbomodus sind wir diesen Steilhang ohen große Mühe hochgefahren. Trotz losem Untergrund und maximaler Unterstützung des Motors behielt das Hinterrad jederzeit Traktion. Das hat uns wirklich beeindruckt.

Unter voller Last ist der Avinox M2S dabei hörbar aber nicht unangenehm laut. Im normalen Betrieb und auf dem Trail ist der Motor nicht durch laute Motor- oder Klappergeräusche aufgefallen.

Die Reichweite in unserem Test war ebenfalls beeindruckend: bei einer großen Trail-Runde haben wir knapp 50km bei fast 1.200hm mit einer Akkuladung bewältigt. Dabei sind wir überwiegend im kraftvollen Trail-Modus gefahren und waren somit wirklich nicht im Energiesparmodus unterwegs.

Raymon Tarok in Kombination mit dem Avinox M2S


Wenn man das Tarok und den Avinox-Motor isoliert betrachtet, würde man schnell das Argument außer Acht lassen, welches uns am meisten begeistert hat: Das kraftvolle Verhalten des Motors in Verbindung mit dem sehr leichten Gesamtgewicht des Taroks. Diese Kombination, in Verbindung mit einem ausbalancierten Schwerpunkt im Rad, machen das Tarok zu einem E-MTB welches in der Form nicht oft zu finden ist: Volle Power, hohe Reichweite bei einem Gewicht und Handling, das wir sonst von Light- E-MTBs kennen. Für uns eine der gelungensten Kombinationen die wir seit langem gefahren sind. Besonders spürbar wird das auf Trail-Abschnitten, die sonst etwas zäh oder anstrengend sind, z.B. durch Gegenanstiege oder flache Passagen.

Fazit: Was uns beeindruckt ist nicht die pure Power des Avinox M2s, sondern wie leicht, agil und spaßig sich das Raymon Tarok damit als leichtes Full-Power E-MTB auf den Trails fahren lässt. Das Tarok präsentiert sich dabei als vielseitiges All-Mountain mit großem Einsatzbereich und agilem Fahrverhalten. 

 

Avinox M2S & M2 bei fahrrad.de

Du findest den Avinox M2S & Avinox M2 in folgenden Modellen auf fahrrad.de:


Bilder im Artikel: © Raymon; Bilder im Fahrbericht: © fahrrad.de Bikester

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